Eli Lilly übernimmt Orna Therapeutics für 2,4 Milliarden US-Dollar, um Circular-RNA-Plattform voranzutreiben

Eli Lilly gab am 9. Februar 2026 die Übernahme von Orna Therapeutics mit einem Gesamtwert von bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar bekannt. Mit dem Deal erhält Lilly Zugriff auf Ornas firmeneigene Circular-RNA- (oRNA-)Technologie und eine „in vivo“-CAR-T-Plattform für Anwendungen in Immunologie und Onkologie.

Eli Lilly and Company (NYSE: LLY) gab am 9. Februar 2026 die Übernahme von Orna Therapeutics mit einem Gesamttransaktionswert von bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar bekannt. Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen Ornas firmeneigene Circular-RNA- (oRNA-)Technologie sowie die wegweisende „in vivo“-CAR-T-Plattform, die verspricht, die Art und Weise zu revolutionieren, wie zelluläre Therapien zu Patientinnen und Patienten gelangen.

Mit der Integration von Ornas Pipeline signalisiert Lilly eine strategische Neuausrichtung hin zu „off-the-shelf“-Genmedikamenten, die das Immunsystem eines Patienten direkt im Körper umprogrammieren können – und damit die teuren und logistisch komplexen Herstellungsprozesse traditioneller Zelltherapien umgehen. Die Übernahme ist eine der bislang größten Wetten auf Circular RNA – eine stabilere und langlebigere Alternative zur linearen mRNA, die in heutigen Impfstoffen verwendet wird. Stand 25. Februar 2026 reagiert der Markt bereits auf die Nachricht; Lillys Aktie zeigt sich trotz der breiteren Volatilität im Sektor robust.

Der Übernahme gingen eine Reihe klinischer Durchbrüche voraus, die Ende 2025 kulminierten. Auf dem 67. Annual Meeting der American Society of Hematology (ASH) im Dezember 2025 präsentierte Orna wegweisende präklinische Daten zu seinem Leitkandidaten ORN-252. ORN-252, eine CD19-gerichtete „in vivo“-CAR-T-Therapie, zeigte bei nicht-menschlichen Primaten die Fähigkeit, bei bemerkenswert niedrigen Dosen eine vollständige B‑Zell-Depletion zu erreichen. Am wichtigsten ist, dass die Therapie diese Ergebnisse ohne die Notwendigkeit einer Lymphodepletion erzielte – der belastenden „Vorkonditionierungs“-Chemotherapie, die den Einsatz von CAR-T historisch auf die schwersten Fälle von Krebs und Autoimmunerkrankungen begrenzt hat.

Die Abfolge der Ereignisse bis zur Ankündigung im Februar 2026 deutet darauf hin, dass Lilly nach diesen Ergebnissen rasch handelte, um anderen Interessenten zuvorzukommen. Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung wird Lilly eine nicht offengelegte Vorauszahlung in bar leisten; der verbleibende Teil der 2,4 Milliarden US-Dollar ist an das Erreichen bestimmter klinischer und regulatorischer Meilensteine gekoppelt. Orna wird in Lillys Einheiten für immunologische Forschung und frühe klinische Entwicklung integriert, behält jedoch sein Forschungszentrum in Cambridge, Massachusetts, bei, um seine Circular-RNA-Transportsysteme weiter zu verfeinern.

Wichtige Stakeholder, darunter Ornas frühe Venture-Capital-Investoren sowie frühere Partner, verfolgten den Deal aufmerksam. Während Merck & Co. (NYSE: MRK) bereits 2022 eine Zusammenarbeit im Umfang von 3,5 Milliarden US-Dollar mit Orna etabliert hatte, bedeutet Lillys vollständige Übernahme des Unternehmens, dass es nun die „Engine“ hinter diesen Programmen übernimmt. Die ersten Marktreaktionen fielen für Lilly überwältigend positiv aus; Analysten großer Häuser betonten, dass Lilly die massiven Cash-Reserven aus seinen Blockbuster-Stoffwechselmedikamenten wie Mounjaro und Zepbound effektiv nutzt, um in die wachstumsstarke genetische Medizin zu diversifizieren.

Der Hauptgewinner dieser Transaktion ist zweifellos Eli Lilly, dem es gelungen ist, mehrere Jahre interner F&E zu überspringen und sich als Spitzenreiter im „in vivo“-CAR-T-Rennen zu positionieren. Durch den Besitz der oRNA-Plattform kann Lilly diese Technologie nun über sein breites Portfolio an Indikationen in der Autoimmunmedizin und Onkologie hinweg einsetzen. Allerdings schafft der Deal ein komplexes „Wettbewerberdilemma“ für Merck & Co. (NYSE: MRK) und Vertex Pharmaceuticals (NASDAQ: VRTX). Beide Unternehmen haben bestehende Partnerschaften mit Orna; auch wenn erwartet wird, dass Lilly diese Verträge einhält, sitzt das Unternehmen nun am Steuer der Technologie, auf die sie angewiesen sind – was die zukünftige Weitergabe geistigen Eigentums und die Ressourcenallokation potenziell verkomplizieren könnte.

Im breiteren CAR-T-Feld geraten etablierte Akteure wie Gilead Sciences (NASDAQ: GILD) und Bristol Myers Squibb (NYSE: BMY) stärker unter Druck. Diese Unternehmen haben Milliarden in „ex vivo“-CAR-T-Anlagen investiert – riesige Fabriken, in die Patientenzellen geschickt, dort verändert und anschließend zurückgesendet werden. Sollte Lillys „in vivo“-Ansatz, der eine einfache Injektion von Lipidnanopartikeln (LNPs) nutzt, sich in Humanstudien als erfolgreich erweisen, könnte die milliardenschwere Infrastruktur der traditionellen CAR-T über Nacht obsolet werden. In der Folge könnten Gilead und Bristol Myers Squibb gezwungen sein, eigene „in vivo“-Übernahmen zu verfolgen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auf der Verliererseite könnten traditionelle Biologika zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen – etwa solche, die von AbbVie (NYSE: ABBV) vermarktet werden – in ihrem langfristigen Marktanteil unter Druck geraten. Wenn ORN-252 das Immunsystem bei Lupuspatientinnen und -patienten tatsächlich mit einer einzigen Behandlung „zurücksetzen“ kann, würde der Bedarf an chronischen, lebenslangen Injektionen monoklonaler Antikörper drastisch sinken.

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References

  1. Eli Lilly Bolsters Genetic Medicine Portfolio with $2.4 Billion Acquisition of Orna Therapeutics · markets.financialcontent.com
  2. Eli Lilly Leverages AI to Transform Drug Development | Intellectia.AI · intellectia.ai
  3. Eli Lilly Acquires Orna Therapeutics to Enhance Drug Pipeline | Intellectia.AI · intellectia.ai