Einzeldosis von DMT, Wirkstoff von Ayahuasca, lindert Depressionen in Phase-IIa-Studie
Eine Phase-IIa-Studie ergab, dass eine Einzeldosis von DMT, dem Wirkstoff von Ayahuasca, depressive Symptome bei Erwachsenen mit Depressionen verbesserte. Die kleine, randomisierte Studie zeigte Wirkungen, die bis zu drei Monate anhielten, mit überwiegend milden Nebenwirkungen. Experten bezeichnen die Ergebnisse als vielversprechend, aber vorläufig.
Eine Einzeldosis von Dimethyltryptamin (DMT), dem Wirkstoff von Ayahuasca, hat laut Ergebnissen einer in Nature Medicine veröffentlichten klinischen Phase-IIa-Studie depressive Symptome bei Erwachsenen mit Depressionen gebessert. Die Studie umfasste 34 Personen, von denen 17 intravenös DMT erhielten; diese Gruppe zeigte eine stärkere Verbesserung der depressiven Symptome als die Kontrollgruppe. Nach zwei Wochen erhielten alle Teilnehmer DMT, und die antidepressiven Effekte hielten drei Monate an.
Dies ist die erste klinische Studie, die die Wirksamkeit von DMT bei schwerer depressiver Störung gezielt untersucht, obwohl frühere Belege die Sicherheit und die antidepressiven Effekte von DMT-haltigen Verbindungen wie Ayahuasca unterstützten. Die Intervention besteht aus einer kurzen 10-minütigen Infusion, die nur von einer Vorbereitungs- und einer Integrationssitzung begleitet wird, wobei die akuten psychedelischen Effekte etwa 30 Minuten anhalten. Dieses Design erleichtert die Umsetzung in großem Maßstab im Vergleich zu anderen psychedelischen Therapien wie Psilocybin erheblich, die eine Beobachtung der Patienten von bis zu acht Stunden und mehrere Vorbereitungs- und Integrationssitzungen erfordern.
Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung der depressiven Symptome, die bereits ab der ersten Woche zu beobachten war und manchmal bis zu sechs Monate anhielt. Zu den Nebenwirkungen gehörten hauptsächlich Schmerzen an der Injektionsstelle, Übelkeit und vorübergehende Angstzustände. Allerdings weist die Studie erhebliche Einschränkungen auf: Die Stichprobengröße ist klein (17 Patienten pro Arm), und das offene Design ermöglichte eine Wirksamkeitsbewertung gegenüber Placebo nur über zwei Wochen, da alle Patienten anschließend eine zweite Dosis erhielten. Obwohl die anschließende Verbesserung bis zu drei Monate aufrechterhalten wurde, lässt sich der Beitrag des Placeboeffekts oder anderer kontextueller Faktoren nicht bestimmen. Numerische Unterschiede zwischen Patienten, die eine Dosis erhielten, und solchen, die zwei erhielten, erreichten keine statistische Signifikanz.
Experten wiesen darauf hin, dass die Studie eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit strengen Auswahl- und klinischen Bewertungsverfahren ist, was ihr eine größere methodische Robustheit verleiht als vielen vorläufigen Psychedelika-Studien. Sie verwendet validierte klinische Messinstrumente und zeitliche Nachbeobachtung, die die Beobachtung unmittelbarer und längerfristiger Effekte über 3–6 Monate ermöglicht. Dennoch handelt es sich noch nicht um eine groß angelegte Bestätigungsstudie, sodass die Ergebnisse als vielversprechend, aber vorläufig interpretiert werden sollten. Wenn sich dies in größeren Studien bestätigt, könnte dieser Ansatz zu kurzen Interventionen führen, die den Zugang zu diesen Therapien und ihre Umsetzung in öffentlichen Gesundheitssystemen erleichtern.