Phase-II-Studie: Einmalige DMT-Dosis zeigt rasche antidepressiv wirkende Effekte

Eine Phase-IIa-Studie in Nature Medicine berichtet, dass eine einmalige intravenöse Dosis Dimethyltryptamin (DMT) mit psychologischer Unterstützung depressive Symptome bei 34 Erwachsenen mit Major Depression innerhalb einer Woche signifikant stärker als Placebo senkte. Die Effekte hielten bis zu 12 Wochen an, wobei kein signifikanter Unterschied zwischen einer und zwei Dosen beobachtet wurde.

Eine einzelne intravenöse Dosis des psychedelischen Wirkstoffs Dimethyltryptamin (DMT), verabreicht mit psychologischer Unterstützung, reduzierte depressiven Symptome bei 34 Erwachsenen mit Major Depression rasch, wie eine in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichte Phase-IIa-Studie zeigt. Die Verbesserungen, die in den folgenden zwei Wochen anhielten, deuten darauf hin, dass diese kurz wirksame Behandlung im Vergleich zu anderen, länger anhaltenden psychedelischen Therapien eine praktikablere Therapieoption sein könnte.

Bei der Studie handelte es sich um eine zweistufige, randomisierte, placebokontrollierte Phase-IIa-Studie; Stufe 1 wurde doppelblind durchgeführt, Stufe 2 offen (open-label). Die Teilnehmenden waren 18 Jahre oder älter, hatten die Diagnose einer mittelgradigen bis schweren Major Depression und eine Vorgeschichte von mindestens zwei zuvor erfolglosen Behandlungsversuchen. Das Durchschnittsalter betrug 32,8 Jahre; die meisten identifizierten sich als weiß (88%).

Ausgeschlossen wurden Personen mit positivem Schwangerschaftstest, mit einer Vorgeschichte schwerwiegender Suizidversuche, mit der Anwendung serotonerger Psychedelika, mit vorbestehenden psychiatrischen Erkrankungen oder mit einer persönlichen bzw. familiären Vorgeschichte von Psychosen. Die Teilnehmenden erhielten bis zu zwei intravenöse Dosen DMT oder Placebo zusammen mit psychotherapeutischer Unterstützung, die strukturierte Vorbereitungssitzungen, vom Therapeuten überwachte Dosierungssitzungen sowie psychologische Integrationsbesuche nach der Sitzung umfasste.

In Stufe 1 wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip entweder DMT oder einem Placebo zugeteilt. Die Dosis – 21,5 mg DMT-Fumarat – wurde in zwei Phasen über 10 Minuten intravenös infundiert: zunächst eine niedrigere Anfangsinfusion, gefolgt von der restlichen Dosis. Ein Therapeut saß bei jeder teilnehmenden Person, um während der aktiven psychedelischen Wirkung Komfort und Sicherheit zu gewährleisten, und blieb während der Behandlung durchgehend schweigend.

Zwei Wochen später, in Stufe 2, wurde DMT entweder als erste Dosis bei denjenigen verabreicht, die in Stufe 1 Placebo erhalten hatten (Placebo-aktiv [PA]-Gruppe), oder als zweite Dosis bei denjenigen, die in Stufe 1 DMT erhalten hatten (aktiv-aktiv [AA]-Gruppe). Vier Teilnehmende in der AA-Gruppe erhielten ihre zweite Dosis nicht, blieben jedoch in der Studie.

Der primäre Endpunkt war die Veränderung des Montgomery–Åsberg Depression Rating Scale (MADRS)-Scores gegenüber dem Ausgangswert zwei Wochen nach der ersten Dosis. Die mittlere Veränderung des MADRS-Scores vom Ausgangswert bis zwei Wochen nach der ersten Dosis war bei DMT-Empfangenden signifikant größer als bei Placebo-Empfangenden. Auch eine Woche nach der Gabe waren die Reduktionen signifikant. Zwei Wochen nach der ersten Dosis lagen die Werte der Teilnehmenden, die DMT erhalten hatten, im Mittel um etwa sieben Punkte niedriger als die derjenigen, die ein Placebo erhalten hatten. Auf dieser häufig verwendeten klinischen Skala gilt ein Rückgang dieser Größenordnung allgemein als klinisch bedeutsame Verringerung der Symptomschwere.

Nach einer Woche wurde eine MADRS-Response bei 6% der PA-Gruppe und 44% der AA-Gruppe beobachtet, während eine Remission bei 13% bzw. 44% eintrat. Nach zwei Wochen lagen die Response-Raten bei 12% in der PA- und bei 35% in der AA-Gruppe. Eine Response wurde als eine Abnahme des MADRS-Scores um mehr als 50% definiert; Remission wurde als ein MADRS-Score von kleiner oder gleich 10 definiert.

Die MADRS-Scores unterschieden sich zu keinem Nachbeobachtungszeitpunkt signifikant zwischen Personen, die eine einzelne DMT-Dosis erhalten hatten, und jenen mit zwei Dosen, auch wenn dieser Vergleich explorativ war, da Stufe 2 weder verblindet war noch eine Placebokontrolle hatte. Die meisten klinischen Verbesserungen bei Personen mit zwei DMT-Dosen traten innerhalb von zwei Wochen nach der ersten Dosis auf. Die antidepressiven Effekte hielten 12 Wochen an, und einige Patientinnen und Patienten blieben mindestens sechs Monate nach der Behandlung in Remission.

Im Gegensatz zu Psilocybin und Lysergsäurediethylamid (LSD), deren Wirkungen über Stunden anhalten können, hat intravenöses DMT eine Halbwertszeit von etwa fünf Minuten. Entsprechend kurz sind die psychedelischen Effekte; sie dauern Minuten statt Stunden und könnten die Anwendung im klinischen Setting praktikabler machen. Traditionelle psychedelika-gestützte Therapiesitzungen können den Großteil eines Tages dauern und erfordern mitunter, dass mehrere Behandelnde durchgehend anwesend sind. Die psychedelischen Effekte von Psilocybin halten etwa zwei Stunden an, was Therapiesitzungen lang und schwer skalierbar gemacht hat. DMT hingegen ist ein schnell wirksames Psychedelikum, das bei intravenöser Gabe eine kurze Phase subjektiver psychedelischer Effekte von etwa 30 Minuten auslöst.

Die Behandlung wurde insgesamt gut vertragen. Die meisten unerwünschten Ereignisse waren leicht oder moderat, etwa Schmerzen an der Infusionsstelle, Übelkeit oder vorübergehende Angst; schwerwiegende behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet. Unmittelbar nach der Gabe wurden kurzzeitige Anstiege von Herzfrequenz und Blutdruck beobachtet. Das Sicherheitsmonitoring umfasste Herzfrequenz, Blutdruck, Elektrokardiogramme (ECGs) sowie Labortests. Die Beurteilung der Depressionsschwere erfolgte durch unabhängige Rater, die während der Dosierungssitzungen nicht anwesend waren, um Verzerrungen zu reduzieren.

Die Verträglichkeit wurde nach der Dosis bewertet, indem Teilnehmende gefragt wurden, ob sie die Erfahrung bereuten. Da DMT ausgeprägte subjektive Effekte verursacht, merkten die Untersuchenden an, dass es zu einer funktionellen Entblindung gekommen sein könnte; zudem wurde nicht untersucht, ob Teilnehmende erraten konnten, welche Behandlung sie erhalten hatten.

Major depressive disorder gehört weltweit zu den führenden Ursachen von Behinderung, beeinträchtigt die Lebensqualität und stellt eine erhebliche Belastung für die öffentliche Gesundheit dar. Viele Patientinnen und Patienten sprechen auf häufig eingesetzte Erstlinientherapien wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer unzureichend an oder erleben nicht akzeptable Nebenwirkungen – was den Bedarf an wirksameren Therapien unterstreicht. Ein beträchtlicher Anteil spricht entweder nicht ausreichend an oder hat Nebenwirkungen, die eine Langzeitbehandlung erschweren, darunter sexuelle Funktionsstörungen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen.

DMT ist ein natürlich vorkommendes Tryptamin, das als Agonist am Serotonin-5-hydroxytryptamine-Rezeptor 2A wirkt. Anders als andere Psychedelika hat DMT eine kurze Halbwertszeit und eine kurze psychoaktive Wirkungsdauer, was kürzere Behandlungssitzungen ermöglicht – ein Merkmal, das die Durchführbarkeit und Skalierbarkeit verbessern könnte, ohne notwendigerweise direkte Kosteneinsparungen zu belegen.

Größere Studien sind erforderlich, um zu bestätigen, wie wirksam DMT bei der Behandlung der Major Depression ist, wie lange der Nutzen anhält und wie es im Vergleich zu anderen bestehenden Therapien abschneidet. Längere und größere Studien, einschließlich Vergleichen mit bestehenden Behandlungen, sind notwendig, um Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffektivität von DMT bei der Behandlung der Major Depression weiter zu bewerten.

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References

  1. Short-duration psychedelic therapy shows promise for major depression treatment · www.news-medical.net
  2. Cyclerion receives FDA feedback on depression treatment development - Investing.com · ng.investing.com
  3. Single dose of a psychedelic drug can rapidly reduce depressive symptoms, clinical trial suggests · medicalxpress.com
  4. Single Dose of DMT Rapidly Reduces Symptoms of Major Depression - Science Alert · www.sciencealert.com
  5. Clinical Trials Provide Hope For A New Treatment Path For Treatment Resistant Depression · twistedsifter.com