Gesundheitsinvestoren wägen defensive Aktien gegen wachstumsstarke Anlagen mit höherem Risiko ab

Large-Cap-Gesundheitsaktien wie Johnson & Johnson und CVS Health gelten in einem Abschwung als defensive Titel mit niedrigen Beta-Werten von 0,33 bzw. 0,46. Anleger können aber auch auf risikoreichere Gesundheitsunternehmen wie Grail und Viking Therapeutics setzen, deren Entwicklung stärker von klinischen Ergebnissen und Produktmeilensteinen abhängt.

Large-Cap-Gesundheitsaktien wie Johnson & Johnson und CVS Health gelten in einer Abschwächung oft als defensive Kaufkandidaten, während kleine und mittelgroße Gesundheitsunternehmen ein höheres Risiko und ein höheres Renditepotenzial bieten können. Der anhaltende Konflikt im Iran schafft das Risiko, dass die Wirtschaft in eine Rezession geraten könnte, da Inflationsdruck durch stark steigende Energie- und Lebensmittelpreise entsteht. Ursache sind die eingeschränkten Transportmöglichkeiten für Rohöl, Flüssigerdgas und Düngemittel durch die Straße von Hormus sowie der sich verschärfende geopolitische Konflikt selbst.

Unter solchen Bedingungen wenden sich Investoren häufig Gesundheitsaktien zu. Large-Cap-Gesundheitsaktien wie der Pharmakonzern Johnson & Johnson und das integrierte Gesundheitsunternehmen CVS Health, das Versicherung, Apotheke und Gesundheitsversorgung abdeckt, gelten in einer Abschwächung oft als defensive Kaufkandidaten. Während Verbraucher in einer Abschwächung bei diskretionären Ausgaben zurückhaltend sein können, ist Gesundheitsversorgung oft nicht verhandelbar, und Gesundheitsaktien halten sich in einer Rezession meist relativ gut, nicht zuletzt weil ihre Gewinne dies ebenfalls tun.

Es handelt sich um Aktien mit „niedrigem Beta“; bewegt sich der Markt in eine Richtung, etwa um 1 %, dann bewegen sich Aktien mit niedrigem Beta in dieselbe Richtung, jedoch um einen Faktor von weniger als eins. Das aktuelle Beta von CVS liegt bei 0,46, das von Johnson & Johnson bei 0,33. Diese Werte deuten darauf hin, dass CVS nur 4,6 % verlieren würde, wenn der Markt um 10 % fällt, und Johnson & Johnson 3,3 %.

Je nach Risikotoleranz oder dem Bedürfnis, Rückgänge zu minimieren oder Erträge zu erzielen, kann der Kauf solcher defensiven Low-Beta-Aktien sinnvoll sein. Es gibt jedoch eine weitere Strategie, die Investoren verfolgen können und die selbst in einer Rezession positive Renditen liefern könnte.

Die Strategie besteht darin, in eine Gruppe kleiner und mittelgroßer Gesundheitsunternehmen zu investieren, deren Wachstumstreiber fast vollständig von binären Ereignissen abhängen, darunter Ergebnisse klinischer Studien und Tests sowie der Aufbau von Produktverkäufen, die mit der Gesamtwirtschaft nur wenig zu tun haben. Während einige scheitern könnten, werden es andere nicht tun, und das Aufwärtspotenzial der erfolgreichen Unternehmen kann Verluste bei den anderen ausgleichen.

Ein Beispiel ist das Unternehmen Grail für Früherkennungstests mehrerer Krebsarten. Wenn es die Wirksamkeit seines Galleri-Tests mit Nachbeobachtungsdaten aus seiner dreijährigen Studie mit dem National Health Service in England belegen kann, wird die Aktie stark steigen. Der Test verfehlte seinen primären Endpunkt, nämlich eine statistisch signifikante Verringerung von Krebserkrankungen im Stadium 3 und Stadium 4 nachzuweisen, möglicherweise weil die Studie zu kurz war, damit sich in der Kontrollgruppe Krebserkrankungen entwickeln konnten. Der Test war bei der Erkennung von Krebserkrankungen im Stadium 3 erfolgreich, jedoch nicht in aussagekräftigem Maße im Vergleich zur Kontrollgruppe, und die Nachbeobachtungsdaten könnten zeigen, dass sich in der Kontrollgruppe mehr Krebserkrankungen entwickeln.

Ein weiteres Beispiel ist Viking Therapeutics mit seinem führenden GLP-1/GIP-Agonisten VK2735, der sowohl in subkutaner als auch in oraler Form in Studien zu Adipositas und Diabetes untersucht wird. VK2735 hat in seinen Studien ausgezeichnete Wirksamkeitsergebnisse gezeigt, jedoch in einer Phase-2-Studie zur Adipositas in oraler Form einige enttäuschende Ergebnisse bei Sicherheit und Verträglichkeit geliefert. Es gibt Grund zu der Annahme, dass diese Resultate auf eine zu aggressive Dosiseskalation zurückzuführen waren, und das Unternehmen treibt VK2735 weiterhin sowohl in subkutaner als auch in oraler Form in Phase 3 voran. Darüber hinaus prüft Viking in einer separaten Studie die orale Formulierung als Erhaltungsdosis nach einer anfänglichen subkutanen Behandlung; Ergebnisse werden im dritten Quartal 2026 erwartet.

Diese Unternehmen sind Beispiele für eine Strategie mit hohem Risiko und hoher Renditechance, und es ist sinnvoll, ein breiteres Portfolio solcher Unternehmen aufzubauen, um das unternehmensspezifische Aktienrisiko zu diversifizieren, das bei solchen Unternehmen hoch ist.

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References

  1. Healthcare Stocks Performance in Economic Recession | Intellectia.AI · intellectia.ai
  2. Better Healthcare Stock to Own in a Recession: Defensive or Growth? - AOL.com · aol.com
  3. Are healthcare stocks defensive? Explained · bitget.com