Bundibugyo-Ebola-Ausbruch übersteigt 3.200 Fälle: Erster Impfstoffversuch beginnt, Gesundheitspersonal streikt
Der Bundibugyo-Ebola-Ausbruch in der DRK hat mit über 3.200 Fällen und 1.400 Todesfällen die schnellste Ausbreitung aller Ebola-Ausbrüche verzeichnet. Der erste Impfstoffversuch speziell gegen den Bundibugyo-Stamm begann in Oxford, während Gesundheitspersonal am Epizentrum wegen ausstehender Löhne streikte. Die WHO hat den Ausbruch zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite erklärt.
Der Bundibugyo-Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat am 26. Juli 3.200 bestätigte Fälle und mindestens 1.405 Todesfälle erreicht – das schnellste Fallwachstum, das jemals bei einem Ebola-Ausbruch verzeichnet wurde – während der erste Impfstoffversuch für den Stamm an der Universität Oxford begann und Gesundheitspersonal am Epizentrum aus Protest gegen ausstehende Löhne in den Streik trat.
Zwei Tage vor diesem düsteren Meilenstein wurde der 37-jährige Oxford-Freiwillige Ed Hunt als erster Mensch in der Geschichte geimpft, der einen speziell gegen den Bundibugyo-Stamm des Ebolavirus entwickelten Impfstoff erhielt.
Die Infektionen stiegen innerhalb von nur zehn Tagen um rund 1.000 Fälle – ein Tempo ohne Beispiel in der dokumentierten Ebola-Geschichte.
Etwa hundert Ärzte, Pflegekräfte und Sicherheitspersonal des Elikya Ebola Treatment Center in Bunia, dem Epizentrum des Ausbruchs in der Provinz Ituri, stellten am Samstag die Arbeit ein und demonstrierten vor der Einrichtung. Sie forderten ausstehende Prämien und Gehälter, die seit der Ausrufung des Ausbruchs am 15. Mai geschuldet werden. Der Ausstand legte das Zentrum lahm und unterbrach die Isolierung von Fällen, die Patientenversorgung und die Kontaktnachverfolgung.
Dr. Adelard Lufungula, Betriebsleiter der Ebola-Einsatzgruppe der DRK, erklärte, der Zahlungsrückstand werde derzeit beglichen und die Mitarbeiter erhielten ihre Bezahlung nun per Mobile Money. Der humanitäre Luftfahrtdienst der Vereinten Nationen transportiert Einsatzkräfte und Hilfsgüter, doch die Logistik bleibt eine enorme Herausforderung.
Bundibugyo-Virus (BDBV) ist eine von vier Orthoebolavirus-Arten, die beim Menschen die Ebola-Krankheit verursachen. Es unterscheidet sich genetisch vom Zaire-Ebolavirus, das die westafrikanische Epidemie 2014–2016 auslöste. Ervebo, der einzige zugelassene Ebola-Impfstoff, wurde gegen das Zaire-Ebolavirus entwickelt, und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte fest, dass er nicht ausreichend Kreuzschutz bietet, um seinen Einsatz gegen Bundibugyo zu empfehlen. Frühere Bundibugyo-Ausbrüche in den Jahren 2007–2008 und 2012 verzeichneten lediglich 149 bzw. 57 Fälle – zu wenige, um die kommerzielle Entwicklung eines Impfstoffs voranzutreiben. Es wurde nie ein spezifischer Impfstoff oder eine Behandlung gegen Bundibugyo zugelassen.
Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite erklärt, ihrer höchsten Alarmstufe; mittlerweile wurden auch Fälle im benachbarten Uganda bestätigt.
Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten einer infizierten Person übertragen, nicht über die Luft. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 21 Tage, und Betroffene sind erst ansteckend, wenn Symptome auftreten. Die Fallsterblichkeit bei früheren Bundibugyo-Ausbrüchen lag zwischen 30 % und 50 %. Frühsymptome ähneln grippalen Infekten oder Malaria: Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, später Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und in manchen Fällen Blutungen.
Da es keinen zugelassenen Impfstoff oder eine gezielte Behandlung gibt, erhalten Patienten unterstützende Maßnahmen – darunter Flüssigkeitszufuhr, Sauerstoff und Behandlung von Komplikationen –, die das Überleben deutlich verbessern können. Gesundheitsbehörden und internationale Partner identifizieren Fälle, isolieren Patienten, verfolgen Kontakte und fördern sichere Bestattungspraktiken.