AstraZeneca treibt drei klinische Studien in Herz‑, Lungen‑ und Brustkrebs-Programmen voran
AstraZeneca hat eine Phase‑IIb‑Studie zu Herzinsuffizienz mit AZD5462 abgeschlossen, eine brasilianische Real‑World‑Studie zu metastasiertem Brustkrebs beendet und rekrutiert für eine Beobachtungsstudie in kardiologischen Ambulanzen. Im Fokus stehen dabei Therapie- und Versorgungsrealitäten sowie die Häufigkeit bislang unerkannter Atemflusslimitierung und COPD bei (Ex‑)Raucher:innen.
AstraZeneca hat in drei klinischen Studien aus den Bereichen Kardiovaskulärmedizin, Atemwegserkrankungen und Onkologie wichtige Meilensteine erreicht. Das Unternehmen hat eine Phase‑IIb‑Studie zu Herzinsuffizienz mit AZD5462 abgeschlossen, eine Real‑World‑Studie zu Brustkrebs in Brasilien beendet und rekrutiert aktiv für eine Beobachtungsstudie zu bislang unerkannter Lungenerkrankung bei Herzpatient:innen.
Die Phase‑IIb‑Studie mit dem Titel „A Phase IIb Two-Cohort, Randomised, Placebo-controlled, Double-blind, Multi-centre, Dose-ranging Study of AZD5462 in Stable Patients With Chronic Heart Failure“ wurde laut der jüngsten, am 16. Feb 2026 eingereichten Aktualisierung als abgeschlossen gemeldet. In der Studie wurde AZD5462, eine einmal täglich einzunehmende orale Tablette in niedriger, mittlerer oder hoher Dosierung, gegen Placebo getestet, um zu beurteilen, ob das Arzneimittel die Herzfunktion bei Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz verbessern kann. Die Studie wurde erstmals am 16. Feb 2024 eingereicht und verwendete ein randomisiertes Parallelgruppen-Design mit Doppelverblindung. Der Abschluss dieser Phase‑IIb‑Studie ist ein wichtiger Meilenstein, der – sofern die Daten überzeugend sind – ein größeres Phase‑III‑Programm unterstützen könnte und die Position des Unternehmens im wachsenden Markt für Herzinsuffizienz stärken dürfte.
In der Onkologie hat AstraZeneca in Brasilien eine retrospektive Beobachtungsstudie abgeschlossen, die Real‑World‑Behandlungsmuster und Ergebnisse bei Frauen mit hormonrezeptorpositivem, HER2‑negativem, nicht resezierbarem oder metastasiertem Brustkrebs untersuchte. Die Studie wurde erstmals am 16. Oktober 2024 eingereicht und zuletzt am 16. Februar 2026 aktualisiert. Analysiert wurden in Kliniken bereits etablierte Therapien – darunter Hormontherapien, zielgerichtete orale Therapien und Chemotherapie – um zu verstehen, wie sie kombiniert werden, in welcher Reihenfolge sie verabreicht werden und wie es den Patientinnen unter den in Brasilien üblichen Versorgungsstandards geht. Das Projekt prüft kein einzelnes neues Arzneimittel oder Verfahren, sondern wertet Patientenakten rückblickend aus, um Behandlungsmuster und Resultate im Versorgungsalltag zu erfassen. Real‑World‑Daten können eine breitere Nutzung von Therapien gegenüber Wettbewerbern unterstützen und beeinflussen, wie das Unternehmen sein Brustkrebs-Portfolio in Lateinamerika positioniert – einschließlich Preisgestaltung, Erstattung und Taktiken zur Indikationserweiterung.
Die Atemwegsstudie mit dem Titel „A Multinational, Multicenter, Observational, Prospective Cohort Study for Assessing the Prevalence of Airflow Limitation in Outpatients With History of Smoking Attending Cardiology Clinics“ rekrutiert derzeit. Die Studie wurde erstmals am 19. Dec 2025 eingereicht, die jüngste Aktualisierung erfolgte am 17. Feb 2026. Ziel ist es zu messen, wie häufig Atemprobleme bei Patient:innen in kardiologischen Ambulanzen sind, die rauchen oder früher geraucht haben. Im Fokus stehen das frühzeitige Erkennen bislang nicht diagnostizierter Lungenerkrankungen sowie die Klärung des Zusammenhangs mit dem kardiovaskulären Risiko. In diesem Projekt wird weder ein Arzneimittel noch ein Gerät geprüft, da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt. Die zentrale „Intervention“ besteht aus einer strukturierten klinischen Beurteilung plus Lungenfunktionsmessungen, um eine Atemflusslimitierung zu erkennen, die in dieser Hochrisikogruppe auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hinweisen könnte. Das Studiendesign ist beobachtend und als Fall‑Kontroll‑Untersuchung angelegt und vergleicht Herzpatient:innen mit und ohne Atemflusslimitierung zu einem Zeitpunkt. Primäre oder finale Abschlussdaten sind bislang nicht angegeben, was darauf hindeutet, dass Daten-Auswertungen noch einige Zeit auf sich warten lassen.
Aus strategischer Sicht kann das Atemwegsprojekt die Position des Unternehmens in der respiratorischen und kardiovaskulären Versorgung stärken, indem es die Überlappung von COPD und Herzerkrankungen bei Raucher:innen quantifiziert. Ein besseres Verständnis dieser Überschneidung könnte eine breitere Nutzung bestehender Arzneimittel sowie künftige Markteinführungen in einer integrierten kardio‑respiratorischen Versorgung unterstützen. Die Arbeit unterstreicht zudem die langfristige Nachfrage nach Lösungen zur COPD‑Diagnostik und ‑Versorgung in Regionen wie MENA und Subsahara‑Afrika, wo die Prävalenz steigt.