Uganda startet Screening-Projekt für angeborene Immundefekte – Genstudien kartieren Immunstörungen

Das Mulago National Referral Hospital hat ein 20-monatiges Projekt gestartet, um ugandische Kinder auf angeborene Immundefekte (Inborn Errors of Immunity, IEI) zu untersuchen. Studien identifizierten 901 Varianten in uncharakterisierten Genen und 815 Varianten in Genen, die mit humoralen Immundefekten in Verbindung stehen.

Am 20. Februar 2026 hat das Mulago National Referral Hospital ein 20-monatiges Projekt gestartet, das die Früherkennung und den Zugang zur Versorgung von Kindern mit angeborenen Immundefekten (Inborn Errors of Immunity, IEI) verbessern soll. Die Initiative „Improving Access to Quality Care for Inborn Errors of Immunity Using Low-Cost Screening Techniques“ (kurz IMPACT-IEI) wird von der Uganda Paediatric Association und anderen Patientenorganisationen unterstützt. Im Rahmen des IMPACT-IEI-Projekts wird jedes Kind, das in die Akutstation des Mulago-Krankenhauses aufgenommen wird, gescreent; außerdem werden Immunglobulin-Tests bei den Eltern durchgeführt, um erbliche Muster zu erkennen.

Das Krankenhaus wird Behandlungspläne mit der vorhandenen Ausrüstung bereitstellen, und die Tests im Rahmen des Projekts werden kostenlos angeboten. „Früherkennung ermöglicht es uns, eine bessere Versorgung zu bieten und ihre Überlebenschancen zu verbessern“, sagte der Projektleiter. Ein Kinderarzt am Mulago-Krankenhaus berichtete, dass die Klinik für Genetik und Immunologie des Krankenhauses seit Januar 2025 zwölf Verdachtsfälle registriert hat, wobei nur ein Patient mit Job-Syndrom bestätigt wurde, einer der seltensten Formen von IEI. IEI, früher als primäre Immundefekte bekannt, sind genetische Störungen, die das Immunsystem betreffen. Es gibt mehr als 500 Typen, mit einer weltweiten Prävalenz, die auf 1 zu 1.000 bis 1 zu 5.000 Menschen geschätzt wird. Kinder mit IEI leiden häufig an häufigen und schweren Infektionen, anhaltenden Hautproblemen, schweren Allergien oder einer familiären Vorgeschichte ähnlicher Erkrankungen.

Die Diagnose beginnt mit einem großen Blutbild. Wenn die Ergebnisse Verdacht erregen, werden die Kinder auf Immunglobuline getestet, die Antikörper, die Infektionen bekämpfen. Eine vollständige Testreihe außerhalb von Forschungsprojekten kostet etwa 500.000 Shilling, während Gentests, die oft ins Ausland geschickt werden, zwischen 2.500 und 3.000 US-Dollar kosten können – für die meisten Familien unerschwinglich. Die Behandlung von IEI ist oft lebenslang erforderlich, und Kinder benötigen möglicherweise monatlich, wöchentlich oder zweimal jährlich eine Immunglobulin-Ersatztherapie oder Medikamente zur Regulierung der Immunantwort.

Eine Studie zielte darauf ab, Genexpressionsveränderungen als Folge mikrobieller In-vitro-Stimulation in menschlichen primären Immunzellen in Mediumkultur zu charakterisieren. Dabei wurden vier Pathogen-Liganden verwendet, die Bakterien (LPS und S. aureus), Viren (Poly(I:C)) und Pilze (C. albicans) repräsentieren, über 4 und 24 Stunden, was insgesamt 52 Proben für die Analyse ergab. Die Studie hob Gene ohne bekannte Funktion hervor, die als gemeinsamer Effekt der Pathogenstimulation differentiell exprimiert wurden, darunter uncharakterisierte Gene wie KIAA0040 und CYRIA, die mit Genen der angeborenen Immunität bzw. der nachgeschalteten Signalübertragung der PRRs koexprimiert werden. Durch die Verknüpfung der Daten zur differentiellen Expression mit IEI identifizierte die Studie 901 Varianten in uncharakterisierten Genen in einer Kohorte von Patienten mit seltenen Immunstörungen und priorisierte 5 Kandidatenvarianten in 4 Genen, die diesen Krankheiten zugrunde liegen könnten.

Eine weitere Studie untersuchte genetische Variationen in 23 Genen, die mit humoralen IEI assoziiert sind – der am häufigsten diagnostizierten Unterform, die durch Antikörpermängel gekennzeichnet ist – anhand von Genotypfrequenzdaten aus der African Genome Variation Database (AGVD). Insgesamt wurden 815 Varianten identifiziert; 335 waren in afrikanischen Populationen vorhanden, und 219 waren einzigartig für afrikanische Populationen. Die meisten waren Missense-Mutationen; 4 Varianten in TCF3 und RAG1/2 wurden als pathogen oder wahrscheinlich pathogen eingestuft. Darüber hinaus waren 144 Varianten (43 %) nicht in ClinVar gelistet; davon wurden 53 als schädlich vorhergesagt. Einige Varianten wiesen hohe Genotypfrequenzen auf (z. B. bis zu 0,67 in CR2), was auf mögliche adaptive Funktionen oder populationsspezifische Relevanz hindeutet.

Der Start in Mulago machte Lücken im ugandischen Gesundheitssystem deutlich, darunter begrenztes Bewusstsein für seltene genetische Störungen und das Fehlen von Gentestmöglichkeiten im Land. Experten hoffen, dass das Projekt nicht nur eine Früherkennung ermöglicht, sondern auch politische Reformen und eine Stärkung des Gesundheitssystems anregt, um das Screening landesweit auszuweiten.

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References

  1. Health: New screening drive targets hidden immune diseases i - New Vision · newvision.co.ug
  2. Transcription-based identification of uncharacterized genes in the human immune response · nature.com
  3. Uncovering genetic variation in humoral inborn errors of immunity in African populations · nature.com