Gepulste Elektrofeldtherapie als neue Behandlungsoption für Lungenkrebspatienten
Die gepulste Elektrofeldtherapie, eine nichtthermale Ablationstechnik mittels irreversibler Elektroporation, wird bei metastatischen Lungenknoten bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs eingesetzt, die auf Standardbehandlungen nicht ansprechen.
WVU Medicine ist das erste Gesundheitssystem in West Virginia, das die gepulste Elektrofeldtherapie (PEF) für metastatische Lungenknoten eingeführt hat. Das Verfahren beginnt damit, dass ein Bronchoskop durch die Atemwege zu einer Läsion in der Lunge geführt wird. Sobald es positioniert ist, wird ein elektrischer Strom durch die Spitze einer Nadel abgegeben.
Das als gepulstes Elektrofeld – oder PEF – bezeichnete Verfahren liefert eine Pulstherapie an die Tumorzelle, um das Überleben des Patienten zu verlängern. Im Gegensatz zur Radiofrequenzablation oder Kryoablation, die extreme Hitze oder Kälte einsetzen, ist PEF eine nichtthermale Technik. Sie nutzt irreversible Elektroporation – hochspannungsbasierte elektrische Ströme –, um mikroskopische Poren in Krebszellmembranen zu erzeugen und so den Zelltod herbeizuführen, ohne benachbarte vitale Strukturen wie Atemwege oder Blutgefäße zu schädigen.
Der Prozess zerstört die Zellmembran und letztendlich die gesamte Krebszelle. Der neueste Ansatz ist nichtthermisch und verursacht keinerlei Schäden am umgebenden Gewebe. PEF scheint eine Immunantwort im Körper auszulösen, die die Arbeit vollendet. Über die lokale Zerstörung hinaus wird angenommen, dass es sowohl lokalisierte als auch systemische Immunantworten induziert. Durch das „Priming" des Immunsystems kann PEF die Wirksamkeit nachfolgender systemischer Therapielinien verstärken und so dazu beitragen, die Erkrankung zu stabilisieren und ein weiteres Fortschreiten zu verhindern.
Dieser innovative Ansatz bietet eine wichtige neue Verteidigungslinie für Patienten mit fortgeschrittenen Malignomen, die gegen systemische Standardbehandlungen resistent geworden sind. Bei Patienten mit Erkrankung im Stadium IV verlagert sich das klinische Ziel häufig von der Eradikation hin zur Behandlung des Krebses als chronische Erkrankung. Während Chemotherapie und Immuntherapie weiterhin den Behandlungsstandard darstellen, schöpfen viele Patienten diese Optionen schließlich aus.
Die Integration von PEF wird durch robotergestützte Technologie weiter verbessert. Bei WVU Medicine nutzen Chirurgen robotergestützte Bronchoskopie, um die komplexen Wege der Lunge zu navigieren und schwer zugängliche periphere Knoten mit hoher Präzision zu erreichen. Um diese Modalität weiter zu validieren, beteiligt sich die Einrichtung am PROPEL-Register, einer multizentrischen Studie zur Erfassung von Patientenergebnissen.
PEF kann auch bei anderen Organen eingesetzt werden, in denen die Erkrankung vorhanden ist. Für die Zukunft hoffen Forscher, die Anwendungen von PEF auf Erkrankungen im Frühstadium auszuweiten und möglicherweise eine nichtinvasive Alternative zu Operation oder Bestrahlung anzubieten.