Phase-3-Studie für mRNA-H5N1-Vogelgrippe-Impfstoff startet in Großbritannien und den USA
Eine Phase-3-Studie zu einem mRNA-H5N1-Vogelgrippe-Impfstoff rekrutiert 4.000 Freiwillige in Großbritannien und den USA. Die von Moderna finanzierte Studie soll die Immunantwort gegen aufkommende Virusvarianten untersuchen, während das Virus weiterhin in Säugetieren mutiert.
Für eine neue Phase-3-Studie zu einem mRNA-Impfstoff gegen die Vogelgrippe H5N1 beim Menschen werden Freiwillige rekrutiert. Forscher warnen, dass sich das Virus auf unerwartete Weise weiterentwickelt, und bereiten sich auf eine mögliche Pandemie vor. Die große Studie wird vom National Institute for Health and Care Research (NIHR) unterstützt und von Moderna gesponsert. Sie ist Teil der strategischen Partnerschaft des Unternehmens mit der britischen Regierung, die von der UK Health Security Agency (UKHSA) verwaltet wird. Die Studie wird zudem durch die Zusammenarbeit von Moderna mit der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) gefördert.
Die Phase-3-Studie wird rund 4.000 erwachsene Freiwillige ab 18 Jahren in Großbritannien und den USA umfassen, davon 3.000 in Großbritannien. Experten der University of Nottingham werden einen Teil der Studie im Cripps Health Centre auf dem University Park Campus in Beeston, Nottingham, durchführen. Nottingham ist einer von 26 Standorten in ganz Großbritannien, an denen der Impfstoff verabreicht wird.
Die Studie soll entscheidende Erkenntnisse darüber liefern, ob der Prüfimpfstoff eine starke Immunantwort gegen derzeit zirkulierende und neu auftretende H5N1-Stämme hervorrufen kann. Dies soll Großbritannien helfen, sich auf künftige Pandemien vorzubereiten und systemweit aus den Erfahrungen mit Covid-19 zu lernen.
Die Vogelgrippe wird derzeit zwischen betroffenen Vögeln und verschiedenen Säugetieren übertragen. Das Virus verbreitet sich zwar nicht leicht auf den Menschen, und Übertragungen zwischen Menschen sind sehr selten. Es besteht jedoch das Risiko, dass sich das Virus anpassen und dadurch leichter auf oder zwischen Menschen übertragbar werden könnte. Seit 2024 gab es weltweit 116 bestätigte menschliche Fälle, fast alle im Zusammenhang mit engem Kontakt zu infizierten Tieren.
H5N1, das erstmals vor mehr als drei Jahrzehnten in Asien identifiziert wurde, hat sich weiterentwickelt, um Säugetierarten zu infizieren und sich weltweit zu verbreiten. Um das Jahr 2020 begann sich das Virus sehr schnell zu verändern und Säugetiere zu infizieren. Im Jahr 2024 wurde das Virus bei Rindern nachgewiesen – eine überraschende Entwicklung, da Kühe bis dahin nicht als empfänglich für Influenzaviren galten. Das Virus konzentrierte sich in der Kuhmilch, und Milcharbeiter infizierten sich durch Kontakt mit der Milch.
Forscher der University of California San Diego School of Medicine unter der Leitung eines Professors für Pädiatrie veröffentlichten kürzlich eine Forschungsübersicht in der Fachzeitschrift Pediatrics, die die Bedeutung weiterer Forschung zu H5N1 und der Möglichkeit einer Übertragung von Mensch zu Mensch unterstreicht. Die Übersichtsarbeit ergab, dass menschliches Brustgewebe Rezeptoren besitzt, die Vogelgrippeviren binden können. Die Forscher stellten fest, dass die Pasteurisierung die Viruslast in Kuhmilch rapide reduziert und dass H5N1 offenbar nicht durch den Verzehr pasteurisierter Milch übertragen wird. Die Pasteurisierung von Muttermilch, wie sie derzeit in der University of California Health Milk Bank für Spenderinnenmilch durchgeführt wird, gilt als wirksame Methode, um vermehrungsfähige H5N1-Viren zu eliminieren.
Infektionen bei Wildtieren wurden bei See-Elefanten, Delfinen, Frettchen, Nerzen, Mäusen, Löwen und Tigern dokumentiert. Inzwischen finden sich Infektionen auch bei Haustieren wie Nutztieren (Ziegen und Kühe), Hausgeflügel (Hühner, Enten und Gänse) sowie bei Begleittieren wie Katzen.
Der leitende Prüfarzt der Studie, ein Professor der School of Medicine an der University of Nottingham, sagte: „Wir freuen uns sehr, an der Studie zu diesem Vogelgrippe-Impfstoff teilzunehmen, die wichtig ist, um das Vereinigte Königreich auf eine künftige Pandemie vorzubereiten."