VSV-vektorisierter H1/N1-Impfstoff verhinderte Virusausscheidung eines antigenetisch drifteten Influenzavirus bei Schweinen
Ein nicht vermehrungsfähiger VSV-Vektor, der H1/N1-Antigene kodiert, verhinderte bei Schweinen eine nachweisbare Ausscheidung eines antigenetisch drifteten Influenzavirus nach Belastungsinfektion. Der Impfstoff induzierte zudem kreuzreaktive Immunität und hemmte die Aktivität der aviären N1-Sialidase.
Ein nicht vermehrungsfähiger Vektor des vesikulären Stomatitis-Virus (VSV), der für die HA- und NA-Antigene von A/Hamburg/4/2009 (H1N1) kodiert, verhinderte bei geimpften Schweinen nach nasaler Belastungsinfektion mit einem 6:2-Reassortanten, der für antigenetisch driftete HA- und NA-Antigene kodierte, eine nachweisbare Virusausscheidung. Eine einzelne intramuskuläre Immunisierung löste hohe Titer H1N1-neutralisierender Antikörper und eine starke Hemmung der N1-Sialidase aus; eine Auffrischimpfung verstärkte die hemmende Aktivität gegen den antigenetisch drifteten Stamm A/Victoria/2570/2019 (H1N1).
Die Studie untersuchte den Impfstoff in einem porcinen Tiermodell, um die Induktion kreuzreaktiver Immunität zu bewerten. Eine Auffrischimpfung mit denselben H1/N1-Antigenen eines Single-Cycle-VSV-Vektors oder mit einem lebend-attenuierten Influenzaimpfstoff steigerte die hemmende Aktivität gegen den drifteten H1N1-Stamm.
Die Impfung induzierte N1-spezifische Antikörper, die auch die aviäre N1-Sialidase hemmten und die Replikation eines von Rindern stammenden H5N1-Virus in vitro unterdrückten. Nach der Belastungsinfektion zeigten geimpfte Schweine keine nachweisbare Virusausscheidung, während Kontrolltiere infektiöses Virus ausschieden.
Eine homologe Prime-Boost-Impfung mit den VSV-vektorisierten H1/N1-Antigenen vermittelte in den oberen Atemwegen einen Schutz, der mit dem des heterologen VSV/LAIV-Regimes vergleichbar war. Die Ergebnisse zeigten, dass ein Single-Cycle-VSV-Vektor, der sowohl für HA als auch NA kodiert, eine kreuzprotektive Immunität gegen antigenetisch driftete Influenzaviren induziert und eine Infektion durch zoonotische H5N1-Viren begrenzen könnte.