Fortschritte bei Kinderkrebs: DNA-Fingerabdrücke der Therapie und globaler Zugang zu Medikamenten
Forschende von St. Jude brachten spezifische Kinderkrebsbehandlungen mit DNA-Fingerabdrücken in Zweitneoplasien in Verbindung, was die Überwachung von Überlebenden verbessern und sicherere Behandlungen ermöglichen könnte. Darüber hinaus hat die Globale Plattform für den Zugang zu Krebsmedikamenten für Kinder Nepal und Ghana beim Aufbau nationaler Krebsregister und der Umsetzung nationaler Strategien geholfen.
Forschende am St. Jude Children’s Research Hospital haben identifiziert, wie lebensrettende Kinderkrebsbehandlungen „Fingerabdrücke“ auf der DNA hinterlassen, die Jahrzehnte später zu Zweitneoplasien führen können – eine Entdeckung, die die Überwachung und Früherkennung für Überlebende verbessern könnte. Die in „Cancer Discovery“ veröffentlichten Ergebnisse stellen eine direkte molekulare Verbindung zwischen bestimmten pädiatrischen Krebstherapien und späteren Krebserkrankungen her. In der Zwischenzeit gewinnt die Globale Plattform für den Zugang zu Krebsmedikamenten für Kinder, eine Partnerschaft zwischen teilnehmenden Ländern, St. Jude und der Weltgesundheitsorganisation, an Dynamik, indem sie Ländern wie Nepal und Ghana hilft, die pädiatrische Krebsversorgung durch neue Dateninfrastrukturen zu stärken.
Die St.-Jude-Forschenden analysierten genetische Mutationen im Tumorgewebe von Zweitneoplasien von 160 Überlebenden, die Brustkrebs, Schilddrüsenmalignome und Meningeome entwickelt hatten, und suchten nach Mustern, die mit früheren Behandlungen zusammenhängen. Sie fanden heraus, dass Strahlen- und Chemotherapien, die Kinderkrebs heilen, spezifische Mutationssignaturen oder „Fingerabdrücke“ in der DNA von Zweitneoplasien hinterlassen. Die Strahlentherapie war mit den häufigsten und größten DNA-Veränderungen sowie dem höchsten Risiko für sekundären Schilddrüsenkrebs verbunden. Auch Chemotherapeutika hinterließen identifizierbare Signaturen; Stickstofflost und Platin-haltige Mittel verursachten kleinere Veränderungen in der DNA, aber die Lokalisation dieser Mutationen unterschied sich je nach Medikamententyp. Beispielsweise mutierten Platinwirkstoffe manchmal bevorzugt das Gen NF2, was zu einem höheren Meningeomrisiko führte.
Die Forschenden gaben an, die ersten zu sein, die eine direkte Kausalität zwischen Kinderkrebsbehandlungen und Zweitneoplasien nachweisen konnten, wobei die DNA-mutierenden Effekte der Behandlungen in die Genome der sekundären Krebserkrankungen eingeprägt sind, die 20 bis 30 Jahre später auftraten. Die Ergebnisse bieten einen Rahmen zur Verbesserung der Langzeitergebnisse, indem sie es den Forschenden ermöglichen, Behandlungen zu modifizieren, um schädliche Mutationen zu reduzieren, gezielte Therapien zu entwickeln, die Hochrisikopfade vermeiden, und Überwachungsstrategien basierend auf der individuellen Behandlungsgeschichte anzupassen.
In einer separaten Initiative wurde die Globale Plattform für den Zugang zu Krebsmedikamenten für Kinder entwickelt, um den Zugang zu qualitätsgesicherten Krebsmedikamenten für Kinder weltweit zu erweitern. Nepal, das zur ersten Welle der teilnehmenden Länder gehörte, und Ghana, das zur zweiten Welle gehört, haben neue Infrastrukturen zur Erhebung und Verwaltung nationaler Daten über Kinderkrebs entwickelt. Beide Länder haben nun nationale Krebsregister aufgebaut, die eine konsistentere Berichterstattung und ein klareres Bild der Verteilung und Belastung durch pädiatrische Krebserkrankungen ermöglichen. Obwohl die Globale Plattform vor etwa einem Jahr gestartet wurde und es daher zu früh ist, Langzeitüberlebensraten zu messen, beeinflusst die neue Dateninfrastruktur bereits die nationale Planung.
In Ghana halfen die Registerdaten, das Ausmaß von Kinderkrebs den politischen Entscheidungsträgern zu vermitteln, und veranlassten das Gesundheitsministerium, mit der Umsetzung einer nationalen Strategie für pädiatrische Krebserkrankungen zu beginnen. In Nepal bestätigten die Daten, dass die Geografie weiterhin ein wichtiges Hindernis darstellt, da viele Kinder weite Strecken nicht zurücklegen können, um ein Behandlungszentrum zu erreichen. Nepal beabsichtigt, mindestens acht weitere Krebsbehandlungszentren zu bauen und das Shared-Care-Netzwerkmodell einzuführen, um die Krebstherapie weiter zu dezentralisieren. Krankenhäuser werden systematisch Daten zu Diagnose, Therapie, Heilungen und Therapieabbruch erfassen und in das SJCARES-System hochladen, eine Sammlung von Tools, die evidenzbasierte Entscheidungsfindung in der pädiatrischen Krebsversorgung in ressourcenarmen Ländern unterstützt. Vor der Teilnahme an der Globalen Plattform waren beide Länder mit hohen Raten an Therapieabbrüchen und verzögerten Diagnosen konfrontiert, teilweise aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Krebsmedikamenten. Die für das Programm geschaffenen Systeme bieten auch eine Gelegenheit, die Versorgung vieler anderer pädiatrischer Erkrankungen zu stärken.