Zwei Fortschritte bei Krebsmedikamenten zeigen in frühen Studien Potenzial

Zwei Ansätze in der Krebsforschung liefern frühe Hinweise auf therapeutisches Potenzial: Rezatapopt erreichte in einer frühen Studie bei fortgeschrittenen Tumoren mit p53-Mutationen eine Ansprechrate von 20%. Zudem könnte AMD3100 die Wirksamkeit von Immuncheckpoint-Inhibitoren beim seltenen fibrolamellären Karzinom verbessern, indem es T‑Zellen in den Tumorkern gelangen lässt.

Zwei separate Entwicklungen bei Krebsmedikamenten haben in aktuellen Studien erste vielversprechende Ergebnisse gezeigt und zielen auf unterschiedliche Mechanismen ab, um die Behandlungsergebnisse zu verbessern.

In einer klinischen Studie im Frühstadium zeigte Rezatapopt, ein neues Medikament, das auf eine spezifische Mutation im p53 gene abzielt, eine Ansprechrate von 20% bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen. p53 ist in etwa 70% aller Krebsarten mutiert, was es zu einem attraktiven therapeutischen Ziel macht; aufgrund der vielen unterschiedlichen Mutationen, die diesen Masterregulator des Zellüberlebens betreffen, hat sich die Entwicklung von Medikamenten dagegen jedoch als schwierig erwiesen. In der Studie kam es bei den ansprechenden Patientinnen und Patienten über ein breites Spektrum von Tumorarten hinweg zu einer Tumorverkleinerung von mindestens 30%. Alle eingeschlossenen Personen hatten vor Studieneinschluss bereits viele verschiedene Therapien erhalten und repräsentierten damit die resistentesten und schwierigsten Fälle mit weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen. Rezatapopt kann oral eingenommen werden, sodass Patientinnen und Patienten es zu Hause einnehmen können. Eine größere Studie läuft, um zu prüfen, ob die Behandlung Patientinnen und Patienten von ihrem Krebs heilen kann.

In einer separaten, in der Zeitschrift Gastroenterology veröffentlichten Arbeit identifizierte ein Team, warum die Immuntherapie gegen das fibrolamellar carcinoma (fibrolamelläres Karzinom) weitgehend versagt hat, einen seltenen und aggressiven Lebertumor. Die Studie zeigte, dass fibrolamelläre Tumoren das Gewebe um sich herum zu einer immunologischen „Zutrittsverbot“-Zone umformen und tumorbekämpfende T‑Zellen durch einen Prozess namens T-cell exclusion (T‑Zell-Exklusion) an den Rändern festhalten. Dieser immunologische Engpass erklärt, warum die Immuncheckpoint-Inhibition bei dieser Krebsart keine Ergebnisse geliefert hat.

Das fibrolamelläre Karzinom trifft häufig Kinder und junge Erwachsene, oft bei Menschen ohne zugrunde liegende Lebererkrankung, und macht nur einen kleinen Anteil der Leberkrebserkrankungen aus (bis zu 2%). Da es selten ist und früh schwer zu erkennen sein kann, wird es häufig erst entdeckt, nachdem es sich ausgebreitet hat, sodass den Betroffenen nur begrenzte Optionen bleiben.

Die Forschenden testeten AMD3100, ein von der FDA zugelassenes Arzneimittel, das derzeit zur Behandlung einer anderen Erkrankung eingesetzt wird, an Tumorschnitten, die von Patientinnen und Patienten gewonnen wurden. AMD3100 ermöglichte es T‑Zellen, in den Tumorkern einzudringen. In Kombination mit Immuncheckpoint-Inhibitoren steigerte das Medikament die T‑Zell-Aktivität zusätzlich und führte zu einer deutlichen Zunahme des Tumorzelltods.

Immuncheckpoint-Inhibitoren sollen die T‑Zellen des Körpers stimulieren, damit sie in das Zentrum eines Tumors vordringen und Krebszellen zerstören können. Diese Medikamente waren bei der Behandlung mehrerer Krebsarten hochwirksam, darunter Leber‑, Lungen‑, Nieren‑ und Blasenkrebs sowie Melanome. Andere Krebsarten, etwa Pankreas‑, Prostata‑ und Hirntumoren, sprechen jedoch häufig nicht an. Die Struktur der Tumormikroumgebung und das Festsetzen von T‑Zellen helfen zu erklären, warum manche Tumoren dieser Therapieform widerstehen.

Derzeit suchen die Forschenden nach Klinikerinnen und Klinikern aus der Leberonkologie, die daran interessiert sind, klinische Studien für die Kombinationstherapie mit AMD3100 zu starten. Dass AMD3100 bereits von der FDA zugelassen ist, könnte Risiken verringern und die Zeitpläne für klinische Studien beim fibrolamellären Karzinom potenziell beschleunigen.

Related Entities

Related Articles

References

  1. New class of cancer drug targeting the most commonly mutated gene shows early promise · scimex.org
  2. Scientists Discover How Rare Liver Cancer Hides From the Immune System · scitechdaily.com
  3. AMD3100 drug could boost immunotherapy in rare liver cancer - Drug Target Review · drugtargetreview.com