ASTRO aktualisiert Leitlinien zur Strahlentherapie beim Pankreaskarzinom
Die ASTRO hat aktualisierte Leitlinien zur Strahlentherapie beim Pankreaskarzinom herausgegeben, die resektable, lokal fortgeschrittene, rezidivierende, metastasierte und palliative Erkrankungen abdecken. Die Überarbeitung ersetzt die Empfehlungen von 2019 und unterstützt IMRT, tägliche Bildgebung und die Beurteilung der Atembewegung.
Die American Society for Radiation Oncology (ASTRO) hat ihre klinische Praxisleitlinie zur Strahlentherapie bei erwachsenen Patienten mit Pankreaskarzinom aktualisiert. Die Erkrankung gehört zu den tödlichsten Malignomen: Für 2026 wird erwartet, dass bei 67.500 Erwachsenen in den USA die Diagnose gestellt wird, wovon mehr als 50.000 Fälle wahrscheinlich tödlich enden. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate über alle Stadien hinweg liegt bei etwa 13 %, und die Chirurgie bleibt die einzige potenziell kurative Behandlung, wobei weniger als 20 % der Patienten als geeignete Kandidaten gelten.
Die Leitlinien wurden in „Practical Radiation Oncology“ veröffentlicht und ersetzen die Empfehlungen der ASTRO von 2019. Die Aktualisierung berücksichtigt Erkenntnisse aus aktuellen klinischen Studien sowie Fortschritte in der Strahlentherapietechnologie und bietet Empfehlungen zur Strahlentherapie bei resektabler, lokal fortgeschrittener, rezidivierender, metastasierter und palliativer Erkrankung.
Die Leitlinien betonen die multidisziplinäre Entscheidungsfindung und erkennen die wachsende Rolle der Strahlentherapie bei der Kontrolle der lokalen Erkrankung an. Für Patienten mit resektablem Pankreaskarzinom wird eine präoperative Chemoradiation bedingt empfohlen, während eine postoperative Chemoradiation für bestimmte Patienten in Betracht gezogen werden kann, die vor der Operation keine Strahlentherapie erhalten haben. Bei borderline-resektabler Erkrankung wird eine präoperative Strahlentherapie oder Chemoradiation empfohlen, um die lokale Kontrolle und die Wahrscheinlichkeit einer R0-Resektion zu verbessern. Bei lokal fortgeschrittener Erkrankung wird eine Strahlentherapie oder Chemoradiation nach einer Kombinationschemotherapie als definitive Behandlung zur Verbesserung der lokalen Kontrolle empfohlen.
Eine definitive Strahlentherapie oder Chemoradiation wird bei isoliertem lokoregionärem Rezidiv bei Patienten empfohlen, die zuvor keine Strahlentherapie erhalten haben, während eine Re-Bestrahlung für ausgewählte Patienten in Betracht gezogen werden sollte, die bereits eine Strahlentherapie erhalten haben. Eine Strahlentherapie kann auch für Patienten mit oligometastatischer oder oligoprogressiver Erkrankung geeignet sein, die eine begrenzte Anzahl von metastatischen oder fortschreitenden Herden aufweist. Eine palliative Strahlentherapie wird weiterhin bei Symptomen wie Schmerzen, Blutungen und Obstruktion empfohlen.
Auch Fortschritte bei der Behandlungsplanung und -durchführung werden in den aktualisierten Empfehlungen berücksichtigt. Die Leitlinien unterstützen den Einsatz der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT), der täglichen Bildgebung und der patientenspezifischen Beurteilung der Atembewegung. Die aktualisierten Empfehlungen wurden von einer multidisziplinären Arbeitsgruppe entwickelt und basieren auf einer Auswertung von Forschungsergebnissen, die zwischen 2010 und Juni 2026 veröffentlicht wurden.