Experimentelle Studie zeigt: Remote Ischämische Konditionierung könnte das Herz während einer Anthrazyklin-Behandlung schützen

Eine experimentelle Studie zeigte, dass die remote ischämische Konditionierung (RIC) das Herz während einer Anthrazyklin-Behandlung bei tumortragenden Mäusen schützen kann, ohne die antitumorale Wirksamkeit der Chemotherapie zu mindern. Die Ergebnisse stützen die laufende klinische Studie RESILIENCE bei Krebspatienten.

Remote Ischämische Konditionierung schützte in einem experimentellen Modell das Herz während einer Behandlung mit Anthrazyklinen, ohne die antitumorale Wirksamkeit der Chemotherapie zu verringern. Dies geht aus einer in Basic Research in Cardiology veröffentlichten Studie hervor. Bei mit Anthrazyklinen behandelten, tumortragenden Mäusen, die zur Modellierung der klinischen Situation bei Krebspatienten eingesetzt wurden, blieb unter RIC die Herzfunktion während der Behandlung besser erhalten; dieser kardioprotektive Effekt war weder mit verstärktem Tumorwachstum noch mit einer verminderten antitumoralen Wirksamkeit der Chemotherapie verbunden.

Anthrazykline gehören zu den wirksamsten Krebsmedikamenten, können jedoch schwere Schäden am Herzen verursachen. Bei einigen Patienten tritt diese Herzschädigung erst Monate oder sogar Jahre nach der Behandlung auf und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Das Herz zu schützen, ohne die Wirksamkeit der Chemotherapie zu beeinträchtigen, ist eine große Herausforderung in der Kardioonkologie.

RIC ist eine einfache, nicht-pharmakologische Technik, die aus kontrollierten, kurzen Unterbrechungen des Blutflusses zu einer Extremität besteht und in der Regel durch Anlegen einer Druckmanschette ähnlich den zur Blutdruckmessung verwendeten Manschetten erreicht wird. Dieser Reiz aktiviert im Körper Schutzmechanismen, die dem Herzen helfen, nachfolgende Belastungen – etwa die durch bestimmte Krebstherapien verursachten Schäden – besser zu überstehen.

Die Studie wurde von einem Team des Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares (CNIC) durchgeführt. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit der translationalen Ausrichtung der Gruppe, die die europäische klinische Studie RESILIENCE koordiniert. In dieser wird untersucht, ob RIC das Herz von mit Anthrazyklinen behandelten Krebspatienten schützen und langfristige kardiovaskuläre Komplikationen verringern kann.

Im Rahmen seines Myocardial Homeostasis and Cardiac Damage Programme untersucht CNIC die kardiovaskuläre Toxizität von Krebsbehandlungen, insbesondere die durch Anthrazykline verursachten Schäden, mit dem Ziel, wirksame und sichere Therapien zu entwickeln. Die Gruppe leitet außerdem große europäische Projekte wie den ERC Consolidator Grant MATRIX und das Horizon 2020–HEALTH-Projekt RESILIENCE in Zusammenarbeit mit dem Hospital Universitario Fundación Jiménez Díaz und CIBERCV, um die Häufigkeit von Herzinsuffizienz unter Krebsüberlebenden zu senken.

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References

  1. A faster way to evaluate cardiac safety | Drug Discovery News · drugdiscoverynews.com
  2. Chemotherapy: protecting the heart without compromising anticancer efficacy · healthcare-in-europe.com
  3. Cardiovascular Genomics to Advance Precision Heart Care - Consult QD · consultqd.clevelandclinic.org