Studie bringt Cannabiskonsum im Jugendalter mit späteren psychischen Diagnosen in Verbindung
Eine Längsschnittstudie mit 460.000 Jugendlichen zeigt, dass Cannabiskonsum im Jugendalter mit einem höheren Risiko für spätere Diagnosen von bipolaren und psychotischen Störungen sowie Angststörungen und Depressionen verbunden ist. Separate Forschung und Experteneinschätzungen betonen, dass die gesundheitlichen Wirkungen von THC, insbesondere langfristig, weiterhin genauer untersucht werden müssen.
Eine neue Längsschnittstudie zeigt, dass Cannabiskonsum im Jugendalter das Risiko erhöht, Jahre später mit bipolaren und psychotischen Störungen sowie Angststörungen und Depressionen diagnostiziert zu werden. Forschende analysierten Gesundheitsdaten von 460.000 Jugendlichen im Kaiser Permanente Health System in Nordkalifornien und verfolgten die Jugendlichen bis zu einem Alter von 25 Jahren.
Die Daten umfassten jährliche Screenings zum Substanzkonsum sowie alle psychischen Diagnosen aus den Gesundheitsakten. Jugendliche, die bereits vor dem Cannabiskonsum Symptome psychischer Erkrankungen hatten, wurden von den Forschenden ausgeschlossen. Sie stellten fest, dass Jugendliche, die angaben, im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert zu haben, im Vergleich zu Jugendlichen ohne Cannabiskonsum einige Jahre später ein höheres Risiko hatten, mit mehreren psychischen Erkrankungen diagnostiziert zu werden.
Jugendliche, die Cannabiskonsum angaben, hatten ein doppelt so hohes Risiko, zwei schwere psychische Erkrankungen zu entwickeln: bipolare und psychotische Störungen. Nur ein kleiner Teil — fast 4.000 — aller Jugendlichen in der Studie erhielt jeweils die Diagnose einer dieser beiden Störungen.
Die Studie ergab zudem, dass das Risiko für häufigere Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen unter Cannabiskonsumierenden höher war. Das Risiko für Depressionen stieg um etwa ein Drittel, das für Angststörungen um etwa ein Viertel. Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum sowie Depressionen und Angststörungen war bei Jugendlichen schwächer, die beim Cannabiskonsum älter waren.
Während immer mehr Gesetzgeber die Legalisierung und Entkriminalisierung von Besitz und Konsum von Marihuana vorantreiben, beschäftigen sich immer mehr medizinische Forschende damit, genauer zu verstehen, wie die Droge auf den menschlichen Körper wirkt. Unter Gesundheitsexperten ist die Frage nach THC, CBD und dem Gebrauch von Marihuana im Allgemeinen weiterhin nicht abschließend geklärt, während Fachleute aus Medizin und Forschung Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen.
Einfach gesagt ist THC der Bestandteil von Cannabis, der berauschend wirkt. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2023 zu den Auswirkungen von Cannabis auf die Gesundheit kam zu dem Schluss, dass Cannabis bei Menschen mit mehreren Gesundheitsproblemen in der Schmerzbehandlung nützlich sein kann, jedoch nicht ohne Nebenwirkungen. Fachleute sind sich insgesamt einig, dass weitere Forschung nötig ist, um Nutzen und Risiken abschließend beurteilen zu können.
Gesundheitsexperten zögerten, ein THC-Produkt als das sicherste zu bezeichnen, da es nach wie vor nicht viel Forschung zu seinen gesundheitlichen Auswirkungen gibt, insbesondere zu langfristigen gesundheitlichen Effekten. Bei Produkten mit einer geringeren THC-Konzentration zu bleiben oder generell kleinere Mengen THC zu konsumieren, ist mit vergleichsweise geringerem Risiko verbunden.
Jede Form des Marihuanakonsums hat Vor- und Nachteile, wenn es um Dosierung im Verhältnis zur Exposition gegenüber gefährlichen Verbindungen geht. Das Rauchen eines Joints kann es jemandem ermöglichen, sich wirksamer zu regulieren, weil die berauschende Wirkung schneller einsetzt als bei anderen Formen, doch das Einatmen von verbranntem Marihuana ist sehr schädlich. Esswaren vermeiden die Gefahren des Einatmens von Verbrennungsnebenprodukten, aber weil sie deutlich langsamer verstoffwechselt werden, ist es schwieriger, die Dosierung selbst zu steuern. Konzentrate, die typischerweise per Vaping konsumiert werden, sind wahrscheinlich die gefährlichste Option, weil sie sehr hohe THC-Gehalte enthalten.
Es ist mehr Forschung nötig, doch es scheint, dass hohe THC-Konzentrationen die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, eine Abhängigkeit zu entwickeln, sowie Nebenwirkungen wie Angst, Unruhe, Paranoia und Psychosen zu erleben. Die Forschung stützt die Annahme, dass junge Menschen und Schwangere zu den Bevölkerungsgruppen gehören, die Cannabis insgesamt wegen der hohen Risiken und Schäden meiden sollten.