Meta-Analyse zeigt hohe Infektionslast unter Teclistamab bei rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom
Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zeigte hohe Infektionsraten unter teclistamab bei rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom. In fünf Studien lagen die gepoolten Raten bei 56,5 % für Infektionen jeglichen Grades und bei 27,6 % für Infektionen des Grades 3 oder höher.
Teclistamab war bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom mit einer erheblichen und kumulativen Infektionslast assoziiert, wie aus einer systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Daten aus klinischen Studien und der Versorgungsrealität hervorgeht. Eingeschlossen wurden fünf Studien mit insgesamt 714 Patienten; die gepoolte Gesamtinzidenz betrug 56,5 % für Infektionen jeglichen Grades und 27,6 % für Infektionen des Grades ≥3.
Teclistamab, ein bispezifischer Antikörper gegen B-cell maturation antigen (BCMA) und CD3, hat bei rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom eine bemerkenswerte Wirksamkeit gezeigt. Sein Wirkmechanismus führt jedoch zu einer ausgeprägten Hypogammaglobulinämie, wodurch Infektionen zu einem zentralen Problem werden.
Die Subgruppenanalyse ergab im Vergleich zur Versorgungsrealität ein signifikant höheres Risiko in der klinischen Studie. Infektionen jeglichen Grades traten in der klinischen Studie bei 76,4 % gegenüber 45,4 % in Real-World-Kohorten auf, und Infektionen des Grades ≥3 bei 44,8 % gegenüber 22,8 %; für beide Vergleiche lag p<0,01 vor.
Eine infektionsbedingte Mortalität wurde in allen Kohorten berichtet und reichte von 0,9 % bis 7,3 %, wobei COVID-19 und opportunistische Erreger wie Pneumocystis jirovecii häufig waren. Eine erhebliche Heterogenität wurde durch Unterschiede in der Nachbeobachtungsdauer und in den Raten einer Prophylaxe mit intravenösen Immunglobulinen verursacht; diese lagen zwischen 41,8 % und 81,3 %.
Die Analyse kam zu dem Schluss, dass die niedrigeren Infektionsraten in der Versorgungsrealität möglicherweise eine kürzere Nachbeobachtung und sich weiterentwickelnde Prophylaxestrategien widerspiegeln. Eine standardisierte Infektionsüberwachung, einschließlich regelmäßiger IgG-Kontrollen und der Erwägung einer Substitution mit intravenösen Immunglobulinen bei Patienten mit niedrigen IgG-Spiegeln, könnte dazu beitragen, die Sicherheit BCMA-gerichteter bispezifischer Therapien zu optimieren.