Grünere Produktionsmethoden für Abnehm-Medikamente zeichnen sich ab
Pharmahersteller stellen bei GLP-1-Peptid-Abnehm-Medikamenten wie Ozempic und Wegovy auf grünere Produktionsmethoden um, reduzieren Reagenzabfälle und verzichten auf beschränkte Lösungsmittel. Das traditionelle Verfahren verbraucht bis zu 13.000 kg Reagenzien pro kg Peptid. Experte Fernando Albericio fordert zudem einen ethischen Einsatz dieser oft als „Hollywood-Drogen“ bezeichneten Medikamente.
Die GLP-1-Peptidagonisten, die hinter den Blockbuster-Abnehm-Medikamenten wie Ozempic und Wegovy stecken, wurden traditionell mit äußerst verschwenderischen Methoden der chemischen Synthese hergestellt – doch das ändert sich nun. Unternehmen entfernen sich von schädlichen Lösungsmitteln wie Dimethylformamid, das in Europa Beschränkungen unterliegt, und setzen auf grünere Alternativen.
Laut Fernando Albericio, PhD, Professor an der University of KwaZulu-Natal, ist es wichtig, effizienter zu sein und weniger sowie grünere Reagenzien und Lösungsmittel einzusetzen. Albericio wird nächsten Monat auf dem Bioprocessing Summit Europe in Barcelona über Nachhaltigkeit in der Produktion von GLP-1-Peptidagonisten sprechen.
Viele Peptidprodukte werden derzeit durch verschwenderische chemische Prozesse synthetisiert. Die Herstellung eines einzigen Kilos Peptid kann beispielsweise 13.000 Kilo Reagenz erfordern. Dies liegt daran, dass die Festphasen-Peptidsynthese 82 verschiedene Reaktionen umfasst, die jeweils ein Reagenz und einen Waschschritt benötigen.
Um dies zu umgehen, untersuchen Unternehmen grünere Lösungen, darunter alternative Lösungsmittel wie Dimethylsulfoxid (DMSO) oder Produktionstechniken aus der Kosmetikindustrie, wo Grüne-Sein Teil des Marketings ist.
Diese neuen Medikamente schaffen wirklich eine treibende Kraft für neue hochwertige Forschung, und es werden mehrere Strategien für die nächste Generation von Peptiden untersucht.
Albericio fordert die Gesellschaft außerdem auf, grüner zu denken, indem man überlegt, wer diese neuen Abnehm-Medikamente wirklich benötigt. Sie werden oft als Hollywood-Drogen bezeichnet, weil Menschen in Hollywood sie einnehmen. Wenn man Diabetes oder Adipositas hat, könnte es ethisch vertretbar sein, sie zu nehmen, aber wenn man sich gesund ernährt und regelmäßig Sport treibt, vielleicht nicht.