RAMPART-Studie: Durvalumab-Monotherapie bringt keinen krankheitsfreien Überlebensvorteil bei operiertem Nierenzellkarzinom; Kombination zeigt Nutzen bei Hochrisikopatienten
Aktualisierte Ergebnisse der internationalen Phase-3-Studie RAMPART zeigen, dass eine adjuvante Durvalumab-Monotherapie bei Patienten mit operiertem Nierenzellkarzinom keinen signifikanten Vorteil für das krankheitsfreie Überleben bot, während die Kombination aus Durvalumab plus Tremelimumab einen Nutzen bei Hochrisikopatienten zeigte. Auch in der Realität werden Therapieentscheidungen durch patientenspezifische Faktoren mitbestimmt.
Aktualisierte Ergebnisse der internationalen Phase-3-Studie RAMPART zeigen, dass eine adjuvante Durvalumab-Monotherapie keinen signifikanten Vorteil für das krankheitsfreie Überleben (disease-free survival, DFS) bei Patienten mit operiertem Nierenzellkarzinom (renal cell carcinoma, RCC) bot, während die Kombination aus Durvalumab plus Tremelimumab einen Nutzen bei Hochrisikopatienten zeigte.
In die Studie wurden 790 Patienten mit operiertem primärem Nierenzellkarzinom eingeschlossen. Die Patienten wurden randomisiert und erhielten entweder die Kombination des PD-L1-Inhibitors Durvalumab (Imfinzi) und des CTLA-4-Inhibitors Tremelimumab (Imjudo), eine Durvalumab-Monotherapie oder eine aktive Überwachung. Die 3-Jahres-Rate für das krankheitsfreie Überleben betrug 80 % in der Kombinationsgruppe, 78 % in der Durvalumab-Monotherapiegruppe und 72 % in der Gruppe der aktiven Überwachung.
Für den Vergleich der Kombination versus aktive Überwachung lag die Hazard Ratio bei 0,65, was statistisch signifikant war. Für den Vergleich der Durvalumab-Monotherapie versus aktive Überwachung lag die Hazard Ratio bei 0,74 mit einem Konfidenzintervall, das 1 überkreuzte, was auf keinen statistisch signifikanten Vorteil hindeutet. Bei einer Stratifizierung nach Risiko schien der Nutzen des Kombinationsarms von Patienten mit Hochrisiko-Erkrankung zu herrühren (Hazard Ratio 0,52), während die intermediäre Risikogruppe eine nicht signifikante Hazard Ratio von 1,19 aufwies.
Diese Ergebnisse stehen im Kontrast zu historischen Daten für andere Wirkstoffe im adjuvanten Setting, wie zum Beispiel Pembrolizumab. Die Forscher weisen darauf hin, dass zwar klinische Studiendaten eine Grundlage für Therapieentscheidungen bilden, jedoch in der Praxis Faktoren wie Begleiterkrankungen, Allgemeinzustand und das Gesamttumorausmaß oft die Therapieauswahl beim Nierenzellkarzinom bestimmen. Auch Verträglichkeit, potenzielle Toxizitäten und Patientenpräferenzen können die Therapieauswahl beeinflussen.