Immuntherapie erreicht frühere Stadien der Krebsbehandlung bei mehreren Tumorarten
Immuntherapie wird bei mehreren Tumorarten zunehmend bereits vor und nach einer Operation eingesetzt, wie ein Review aus sieben Tumorbereichen zeigt. Parallel dazu wächst der globale Markt für Immuntherapeutika deutlich – befeuert durch biotechnologische Fortschritte, eine wachsende Pipeline und die steigende Nachfrage nach zielgerichteten Therapien.
Immuntherapien, die vor oder nach einer Operation eingesetzt werden, kommen laut einem umfassenden Review im Journal of Internal Medicine zunehmend in mehreren Krebsbereichen zum Einsatz. Forschende am Karolinska Institutet stellen Ergebnisse aus Studien zu sieben Tumorbereichen vor und zeigen, wie sich das Feld hin zu früheren Behandlungszeitpunkten bewegt.
Der Review fasst Ergebnisse aus Studien zu mehreren Krebsdiagnosen zusammen, gruppiert in sieben Tumorbereiche: Hautkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, gastrointestinale Tumoren, gynäkologische Tumoren, Kopf‑Hals‑Tumoren und urologische Tumoren. Mehrere Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine adjuvante Immuntherapie nach der Operation das Risiko eines Krankheitsrückfalls senken kann. Weitere Studien deuten darauf hin, dass eine neoadjuvante Behandlung, die gegeben wird, während der Tumor noch vorhanden ist, dem Immunsystem in vielen Fällen bessere Voraussetzungen bieten kann, Tumorzellen zu erkennen.
In mehreren Tumorbereichen legen die Ergebnisse zudem nahe, dass eine Immuntherapie sowohl vor als auch nach der Operation im Vergleich zu einer alleinigen adjuvanten Behandlung Vorteile bieten kann. Gleichzeitig unterscheiden sich die Ergebnisse zwischen den verschiedenen Krebsarten, und die Behandlung ist mit Herausforderungen verbunden, etwa dem Risiko von Nebenwirkungen und der Möglichkeit, dass einige Patientinnen und Patienten mehr Therapie erhalten, als notwendig wäre, wenn eine Operation allein ausgereicht hätte.
Die Arbeit hinter dem Artikel ist eine Zusammenarbeit von 14 Forschenden der Abteilung für Onkologie‑Pathologie am Karolinska Institutet. Alle arbeiten außerdem in der klinischen Versorgung mit der Krebstherapie. Die Forschenden weisen auf Bereiche hin, in denen mehr Wissen benötigt wird, einschließlich der Entwicklung von Biomarkern – messbaren Merkmalen, die dem Gesundheitswesen helfen können zu bestimmen, welche Patientinnen und Patienten von einer Immuntherapie profitieren, sowohl vor als auch nach der Operation. Sie erörtern außerdem, dass die Einführung der Immuntherapie in früheren Stadien Fragen zu Kosten, Nebenwirkungen und dazu aufwirft, ob die Ressourcen des Gesundheitswesens ausreichen werden – Fragen, die aktuelle Studien bislang noch nicht eindeutig beantworten.
Der globale Markt für Immuntherapeutika verzeichnet ein deutliches Wachstum, getrieben durch Fortschritte in der Biotechnologie und eine steigende Nachfrage nach zielgerichteten Therapien. Immuntherapie hat sich als transformative Behandlungsmodalität etabliert, die das körpereigene Immunsystem nutzt, um Krankheiten zu bekämpfen – insbesondere Krebs, Autoimmunerkrankungen und Infektionskrankheiten. Der Bericht „Immunotherapy Drugs Market (2026 Edition)“ wurde in das Angebot von ResearchAndMarkets.com aufgenommen und analysiert den Markt nach Regionen (Americas, Europe, Asia Pacific, Middle East & Africa) und 10 Ländern (United States, Canada, Germany, United Kingdom, France, Italy, Spain, China, Japan, India).
Zu den wichtigsten Faktoren, die zur Marktexpansion beitragen, zählen eine zunehmende Krebsprävalenz, eine wachsende Pipeline innovativer immuntherapeutischer Arzneimittel sowie die zunehmende Nutzung monoklonaler Antikörper und Immun‑Checkpoint‑Inhibitoren. Darüber hinaus haben der Trend zur personalisierten Medizin und die Entwicklung von Kombinationstherapien die Marktentwicklung weiter gestützt. Die zunehmende globale Belastung durch chronische Erkrankungen, zusammen mit einem höheren Bewusstsein für Immuntherapie, hat zu einer verstärkten Anwendung bei Patientinnen und Patienten sowie bei Gesundheitsdienstleistern geführt. Regierungen und private Akteure weltweit investieren zudem stark in Forschung und Entwicklung, um die Zulassung neuartiger Immuntherapien zu beschleunigen.
Die wichtigsten Marktchancen im globalen Markt für Immuntherapeutika umfassen biotechnologische Fortschritte, die die Nachfrage nach zielgerichteten Therapien antreiben, eine wachsende Pipeline innovativer Wirkstoffe, eine zunehmende Anwendung monoklonaler Antikörper, Interesse an personalisierten und Kombinationstherapien sowie starke Investitionen in F&E. Der Bericht behandelt die Marktsegmentierung nach Indikation, darunter Krebs, Autoimmun‑ und entzündliche Erkrankungen sowie weitere Indikationen, sowie nach Arzneimitteltyp, darunter monoklonale Antikörper, Immunmodulatoren und Impfstoffe.
Die zunehmende Nutzung von Immuntherapien und zielgerichteten Arzneimitteln in präoperativen Behandlungsschemata bei Krebs treibt den Markt für neoadjuvante Therapien an. Das globale Marktvolumen für neoadjuvante Therapien wird 2025 auf USD 14.39 Bn geschätzt und soll bis 2035 auf USD 27.93 Bn anwachsen, bei einer CAGR von 6.9% im Prognosezeitraum 2026 bis 2035. Mit dem Aufkommen von Immun‑Checkpoint‑Inhibitoren wie PD‑1‑ und PD‑L1‑Inhibitoren, die bei Malignomen einschließlich Brustkrebs, Lungenkrebs und Melanom höhere Raten einer pathologischen Komplettremission gezeigt haben, hat sich das neoadjuvante Setting rasch verändert.
Gesundheitsfachkräfte setzen neoadjuvante Therapieoptionen zunehmend ein, um Tumoren zu verkleinern, die chirurgischen Ergebnisse zu verbessern und Rückfallraten zu senken, da die Inzidenz solider Tumoren – einschließlich Brust‑, Lungen‑, kolorektaler und weiterer Tumoren – weiter steigt. Die Fähigkeit neoadjuvanter Therapien, das Tumoransprechen vor der Operation zu beurteilen, erleichtert eine stärker individualisierte Therapieplanung, indem sie Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, postoperative Strategien in Abhängigkeit vom pathologischen Ansprechen anzupassen. Zudem haben Verbesserungen bei Immuntherapien und zielgerichteten Therapien die Raten einer pathologischen Komplettremission deutlich erhöht, das Vertrauen von Onkologinnen und Onkologen in präoperative Behandlungspläne gestärkt und ihre Aufnahme in etablierte klinische Praxis beschleunigt.