Internationales Team erhält 9-Millionen-Förderung zur Erforschung des Immunalterns bei Parkinson
Ein 9-Millionen-Dollar-Grant von ASAP und The Michael J. Fox Foundation finanziert eine von der Indiana University geleitete Studie zur Immunzell-Erschöpfung (Immune-cell exhaustion) bei Parkinson. Ziel ist die Entwicklung personalisierter Immuntherapien. Das interdisziplinäre Team wird Veränderungen des Immunsystems kartieren, um Biomarker zu identifizieren und die Heterogenität der Krankheit zu erklären. Fortschritte in der Proteomik ermöglichen zudem molekulare Subtypisierung und Precision Medicine bei neurologischen Erkrankungen.
Ein von Wissenschaftlern der Indiana University School of Medicine geleitetes, internationales Forschungsteam hat einen 9-Millionen-Dollar-Grant erhalten, um zu untersuchen, wie das Altern von Immunzellen das Risiko und den Verlauf von Parkinson beeinflusst. Die Studie konzentriert sich auf die Immunzell-Erschöpfung – einen Zustand, in dem alternde Immunnetze ihre funktionale Kapazität verlieren – und ihre Rolle bei der Auslösung oder Beschleunigung von Neurodegeneration.
Das Projekt wird durch einen Grant finanziert, der von Aligning Science Across Parkinson's (ASAP) in Partnerschaft mit The Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research (MJFF) vergeben wurde. Das Team wurde ausgewählt, dem Collaborative Research Network (CRN) beizutreten – einem internationalen, multidisziplinären Netzwerk, das darauf abzielt, höchste Priorität habende Forschungsfragen zu Parkinson zu bearbeiten.
Die Forscher wollen das Präzisionsmodell aus der Onkologie übertragen, indem sie individuelle Immunprofile verfolgen, um Therapien auf die einzigartige biologische Basis jedes Patienten zuzuschneiden. Indem Veränderungen des Immunsystems kartiert werden, sollen präzise Biomarker identifiziert und maßgeschneiderte Immuntherapien entwickelt werden, um Neurodegeneration frühzeitig zu unterbinden. Das Team wird zudem untersuchen, ob Lebensstil- und Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen.
Alter ist der größte Risikofaktor für Parkinson. Obwohl die Immunzell-Erschöpfung mit dem Alter natürlich eintritt, bleibt ihre direkte Beziehung zu Parkinson bisher unterforscht. Die Studie wird die Immunzell-Erschöpfung bei idiopathischen und familiären Formen von Parkinson-Fällen untersuchen.
Parkinson betrifft mehr als 1,1 Millionen Menschen in den USA und verursachte im Jahr 2024 allein wirtschaftliche Kosten von 82 Milliarden Dollar im Bereich Gesundheitswesen, Behinderung, Produktivität und Pflege.
Das Leitungsteam umfasst Forscher von der Indiana University School of Medicine, Columbia University, Thomas Jefferson University und Tulane University. „Parkinson ist komplex genug, dass keine einzelne Institution diese Fragen allein beantworten kann“, sagte ein Mitglied des Leitungsteams. „Diese Zusammenführung bringt komplementäre Expertise in Immunologie, Neurowissenschaften, Biostatistik und klinischer Versorgung auf eine Weise zusammen, die die Entdeckungen tatsächlich beschleunigt.“
Das CRN erweitert seine Arbeit, um den biologischen Bauplan von Parkinson zu kartieren und ein standardisiertes Werkzeug globaler Forschungsressourcen zu erstellen. Diese nächste Phase konzentriert sich auf das Verständnis der Heterogenität von Parkinson, warum sie sich von Person zu Person unterscheidet, und treibt Entdeckungen zu präziseren Diagnosen und künftigen Therapien voran. Durch ein internes biostatistisches Datenzentrum wird das Team hochwertige, standardisierte Ressourcen für die globale Forschergemeinschaft erzeugen, um technische Hürden in der Arzneimittelentwicklung zu reduzieren.
Währenddessen ermöglichen breitere Fortschritte in der neurologischen Biomarker-Forschung Precision Medicine bei neurodegenerativen Erkrankungen. Protein-Biomarker fördern das Verständnis, verbessern die Diagnose und steuern die Behandlung von Alzheimer, Parkinson und Multipler Sklerose. Modernste Proteomik-Technologien haben bedeutende Fortschritte bei der Identifizierung und Nutzung von Biomarkern ermöglicht, um neurologische Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln.
Bei Alzheimer hat die durch Plattformen wie das Olink Explore HT Panel ermöglichte molekulare Subtypisierung begonnen, biologisch bedeutende Untergruppen offenzulegen, die die klinische Variabilität erklären und gezieltere Therapiestrategien leiten könnten. Die überarbeiteten Kriterien von 2024 haben die Flüssigbiomarker zur Diagnose und Stadieneinteilung von AD erweitert, einschließlich Plasma p-tau217 und hybride Quotienten wie p-tau181/Aβ42. Für Multiple Sklerose werden Multiplex-Proteinpanels entwickelt, die die vielschichtige Natur der Krankheitsaktivität und des Gewebeschadens erfassen, um sowohl das pathophysiologische Verständnis als auch die frühe Diagnose zu unterstützen.
Diese Fortschritte erfordern Zusammenarbeit und Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Industrie und Klinikern, um Entdeckungen in therapeutische Anwendungen umzusetzen. Zukünftige Entwicklungen in Proteomik und Multi-Omik treiben die Precision Medicine in Studien zu neurologischen Erkrankungen voran.