Experimentelle topische Therapien zeigen Potenzial bei diabetischen Fußulzera
Experimentelle topische Therapien für diabetische Fußulzera zeigen erste vielversprechende Ergebnisse. Beschrieben wurden probiotikabasierte Behandlungen, eine mittelalterliche antimikrobielle Mischung sowie ein mit Quercetin beladenes Hyaluosomen-Gel mit entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Effekten.
Diabetische Fußulzera gehören zu den schwersten und belastendsten Komplikationen des Diabetes mellitus und führen aufgrund persistierender, nicht heilender Läsionen häufig bis zur Amputation von Gliedmaßen. Topische Probiotika, ein mittelalterliches Heilmittel und ein mit Quercetin beladenes Hyaluosomen-Gel werden als neue Ansätze für Wunden untersucht, die in einem chronischen, nicht heilenden Zustand verharren, sowie für Infektionen, die nicht immer auf die heute verfügbaren Antibiotika ansprechen.
Ulcera stellen eine der schwerwiegendsten und kostenintensivsten Komplikationen des Diabetes dar und sind durch ein hohes Rezidivrisiko sowie häufige Infektionen gekennzeichnet, die sich den derzeitigen Standardtherapien oft widersetzen. Trotz Fortschritten bei chirurgischem Débridement, Druckentlastung und Infektionskontrolle verbleiben viele diabetische Wunden in einem Zustand sich selbst aufrechterhaltender Entzündung, bedingt durch vaskuläre Dysfunktion, Fehlregulation des Immunsystems und ein anhaltendes mikrobielles Ungleichgewicht.
Topische Probiotika haben sich als vielversprechender, wenn auch noch experimenteller Ansatz herauskristallisiert. Spezifische probiotische Stämme wie Lactiplantibacillus plantarum und Lacticaseibacillus rhamnosus sezernieren antimikrobielle Peptide, organische Säuren und Wasserstoffperoxid, die etablierte Biofilme stören können. Präklinische Studien in Diabetesmodellen haben gezeigt, dass diese Therapien den Wundverschluss beschleunigen können, indem sie die Kollagenablagerung fördern und die Angiogenese stimulieren, während vorläufige Befunde darauf hindeuten, dass die topische Anwendung gut vertragen wird und die lokale bakterielle Last deutlich senken kann.
Forschende fanden zudem heraus, dass ein mittelalterliches Heilmittel namens Bald’s eyesalve, eine Mischung aus Knoblauch, Zwiebel, Wein und Gallensalzen, Bakterien bekämpfen kann, die an persistierenden Wundinfektionen beteiligt sind. In früheren Untersuchungen tötete die Mischung antibiotikaresistente Bakterien aus chronischen Wunden ab, auch in Biofilmen, und in der neuesten Studie baute sie die schützenden Oberflächen der Bakterien ab, verringerte die von ihnen produzierten Toxine, verlangsamte die frühen Schritte der Biofilmbildung und störte grundlegende Aufbauprozesse im Inneren der Bakterien. In Langzeittests entwickelten Bakterien Resistenzen gegen Standardantibiotika, doch da die mittelalterliche Mischung auf viele unterschiedliche Arten wirkt, fiel es den Bakterien schwer, sich daran anzupassen.
Eine separate Studie untersuchte ein mit Quercetin beladenes Hyaluosomen-Gel für die topische Arzneimittelverabreichung bei der Behandlung diabetischer Fußulzera. Die optimierte Formulierung zeigte eine Verkapselungseffizienz von 88,1 %, eine mittlere Partikelgröße von 122,42 nm und ein Zetapotenzial von −24 mV. Der Studie zufolge reduzierte das Gel die Expression proinflammatorischer Zytokine einschließlich TGF-β, TNF-α, IL-17 und IL-6 signifikant, senkte die MPO-Aktivität, erhöhte die GST- und GSH-Spiegel, regulierte ADAMTS-5 und MMP-13 herunter, TIMP-3 herauf und zeigte eine signifikante Unterdrückung der NF-κB-Expression im Hautgewebe.
Das mit Quercetin beladene Hyaluosomen-Gel zeigte ein starkes therapeutisches Potenzial für die Behandlung diabetischer Fußulzera, und sowohl In-vitro- als auch In-vivo-Ergebnisse unterstrichen seine Fähigkeit, Entzündungen abzuschwächen, antioxidative Abwehrmechanismen zu stärken und den Umbau der extrazellulären Matrix zu fördern. Die Forschenden erklärten, dass noch vieles geklärt werden müsse, bevor neuere Ansätze wie die mittelalterliche Mischung im Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen untersucht werden könnten, während topische Probiotika experimentelle Zusatztherapien bleiben und weiterhin groß angelegte, multizentrische Forschung nötig ist, bevor sie den Schritt aus dem Labor in die klinische Anwendung schaffen können.