Zusammensetzung von Nabelschnurblut könnte CAR-NK-Zelltherapie beeinflussen
Eine Studie in Cancer Cell zeigt, dass unreife NK-Zellen im Nabelschnurblut von Spendern die CAR-NK-Zelltherapie durch Trogocytose stören können, was zu Fratrizid führt. Die Entfernung dieser Zellen vor der Herstellung verbessert die Antitumoraktivität in präklinischen Modellen und bietet eine Strategie für konsistentere „Off-the-Shelf“-Therapien.
Eine kleine Population unreifer natürlicher Killerzellen (NK-Zellen) im Spender-Nabelschnurblut kann die Wirksamkeit einer CAR-NK-Zelltherapie untergraben, indem sie potente Immunzellen von Tumoren ablenkt und dazu bringt, sich gegenseitig anzugreifen, so Forscher des MD Anderson Cancer Center der University of Texas. Die im Fachjournal Cancer Cell veröffentlichte Studie identifiziert einen bisher nicht erkannten Mechanismus der CAR-NK-Zell-Dysfunktion und bietet eine praktische Strategie zur Verbesserung der Wirksamkeit und Konsistenz zukünftiger „Off-the-Shelf“-NK-Zelltherapien.
Die Forscher fanden heraus, dass Nabelschnurblut-Einheiten, die mit reifen NK-Zellen angereichert waren, mit stärkeren Behandlungserfolgen und besseren Patientenergebnissen verbunden waren, während höhere Anteile unreifer NK-Zellen mit einer verminderten Wirksamkeit einhergingen. Das Team entdeckte, dass diese unreifen Zellen aktiv die Funktion potenterer CAR-NK-Zellen störten.
Die unreifen NK-Zellen können nach Kontakt mit Krebszellen Proteine von diesen aufnehmen, ein Prozess, der als Trogocytose bekannt ist. Dadurch beginnen die unreifen NK-Zellen, Krebsproteine auf ihrer eigenen Oberfläche zu präsentieren. Die gentechnisch veränderten CAR-NK-Zellen können diese unreifen Immunzellen dann fälschlicherweise für Krebszellen halten und angreifen, wodurch falsche Ziele entstehen, die die therapeutischen Zellen vom Krebs ablenken. Diese Interaktionen verringerten die Fitness und Persistenz der stärkeren NK-Zellen und schwächten ihre Fähigkeit, den Tumor zu kontrollieren.
Wenn die unreifen NK-Zellen vor der Herstellung entfernt wurden, waren die verbleibenden Zellen wirksamer, hielten länger an und zeigten eine stärkere Antitumoraktivität. Diese Strategie verbesserte die Tumorkontrolle und das Überleben in präklinischen Modellen von Lymphomen und Eierstockkrebs.
CAR-NK-Zellen sind eine experimentelle „Off-the-Shelf“-Immuntherapie, bei der natürliche Killerzellen so modifiziert werden, dass sie Krebszellen besser erkennen und eliminieren. Am UT MD Anderson haben Forscher die Entwicklung von „Off-the-Shelf“-CAR-NK-Zelltherapien aus gespendetem Nabelschnurblut vorangetrieben. Im Gegensatz zu patientenspezifischen Zelltherapien können aus Nabelschnurblut gewonnene CAR-NK-Zellen im Voraus hergestellt, kryokonserviert und bei Bedarf für Patienten verfügbar gemacht werden.
Die Studie liefert einen neuen Rahmen für die Auswahl von Spender-Nabelschnurblut und die Herstellung von CAR-NK-Zelltherapien. Die Forscher arbeiten nun daran, diese Erkenntnisse in die nächste Generation von CAR-NK-Zellplattformen zu integrieren, mit dem Ziel, konsistentere, wirksamere und langlebigere Therapien für Patienten zu entwickeln.