Patientenrekrutierung und -bindung: Schlüssel zur Risikominimierung in klinischen Studien bei wachsendem Markt

Die Abbruchquoten in Phase-III-Studien haben sich verdoppelt und die Protokollabweichungen sind um 184 % gestiegen, was Patientenrekrutierung und -bindung als zentrale Hebel zur Risikominimierung unterstreicht. Der Markt für Rekrutierungsdienstleistungen wird bis 2030 voraussichtlich 5,69 Milliarden US-Dollar erreichen.

Patientenrekrutierung und -bindung haben sich zu zentralen Herausforderungen bei der Durchführung klinischer Studien entwickelt: Die Abbruchquoten haben sich verdoppelt und die Protokollabweichungen sind stark gestiegen, während der Markt für Rekrutierungs- und Bindungsdienstleistungen bis 2030 voraussichtlich 5,69 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Neue Daten und Branchenstrategien, die auf der Konferenz Outsourcing in Clinical Trials Europe 2026 vom 6. bis 7. Mai in Barcelona, Spanien, vorgestellt wurden, heben patientenzentriertes Design, Zusammenarbeit mit den Prüfzentren und Technologie als zentrale Hebel zur Risikominimierung hervor.

Einer Analyse des Tufts Center for the Study of Drug Development von Zehn-Jahres-Daten aus Phase-III-Zulassungsstudien zufolge haben sich die Studienabbruchquoten verdoppelt. Die Gesamtzahl der Protokollabweichungen stieg zwischen 2013–2015 und 2023–2025 um 184 %, was sich als erhöhte Belastung an den Prüfzentren bemerkbar macht.

Das Ausfüllen von Fragebögen und Patiententagebüchern ist der am schnellsten wachsende Bereich der Verfahrensbelastung in Studienprotokollen. Laut einer Umfrage des Center for Information and Study on Clinical Research Participation gaben 2025 32 % (n=5.505) der Befragten an, das Ausfüllen von Tagebüchern und Fragebögen sei „etwas“ oder „sehr belastend“ – gegenüber 18 % (n=3.654) im Jahr 2021.

In einer von GlobalData durchgeführten Umfrage war die am häufigsten genannte Strategie von Branchenexperten zur Verbesserung der Patientenrekrutierung die Gestaltung von Studien mit einem patientenzentrierten Ansatz. Darüber hinaus gaben 79 % der 120 Befragten an, dass Patientenvertreter einen „gewissen“ oder „erheblichen“ Einfluss auf die Rekrutierung hätten. Das auf Dermatologie spezialisierte Pharmaunternehmen Almirall hat kürzlich Patientenbeiräte früher in den Studiendesign-Prozess eingebunden, um sicherzustellen, dass die Protokolle die Bedürfnisse der Patienten widerspiegeln.

Auf dem SCOPE Summit 2026 erläuterte die Gründerin und CEO von mdgroup, wie die Behandlung der Patientenerfahrung als strategische Investition – statt als unterstützende Tätigkeit – die klinische Arbeit grundlegend verändert. Sie nannte das Beispiel einer Patientin mit einer seltenen Erkrankung, die eine Studie abbrach, weil sie als alleinerziehende Mutter mit einer Neun-bis-fünf-Arbeitsstelle mittwochs um zwölf Uhr keinen Kliniktermin wahrnehmen konnte. Diese Patientin gründete später die Serenely Guided Foundation, die Prüfzentren Materialien zur Verfügung stellt, um Patienten über verfügbare Unterstützungsdienste zu informieren, die ihnen bei der Aufnahme in und dem Verbleib in Studien helfen können.

Darüber hinaus kommen neuartige Technologien zum Einsatz, um die Belastung von Prüfzentren und Patienten zu reduzieren. Der CEO von Replior, einem auf die Datenerfassung für klinische Studien spezialisierten Softwareunternehmen, hob die Gamifizierung der Teilnahme – etwa durch Belohnungen oder Punkte – als Instrument zur Verbesserung der Patientenerfahrung hervor. Auch Fernüberwachungswerkzeuge, darunter ein ringbasierter Wearable-Sensor zur Erfassung von Kratzen und Schlaf in Pruritus-Studien, wurden wegen ihres Potenzials genannt, die Patientenbelastung und den Bedarf an persönlichen Kontakten zu verringern.

Für den Markt für Patientenrekrutierungs- und -bindungsdienstleistungen wird ein Wert von 5,69 Milliarden US-Dollar bis 2030 prognostiziert, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 6,1 % entspricht. Zu den wichtigsten Faktoren, die dieses Wachstum vorantreiben, gehören der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz und digitaler Rekrutierungsplattformen, ein stärkerer Fokus auf Strategien zur Patientengewinnung, die verstärkte Nutzung von Fern- und dezentralen klinischen Studien, die Integration von Echtzeitüberwachung und Analytik sowie die Ausweitung globaler Patientenrekrutierungsnetzwerke. Im Januar 2024 übernahm der in den USA ansässige Telemedizin- und Diagnostikanbieter eMed Science37 Holdings zu einem nicht genannten Preis, um seine Präsenz im Bereich dezentraler klinischer Studien auszubauen, indem die patientenzentrierte Rekrutierungsplattform von Science37 integriert wird, die die Aufnahme beschleunigt und den Studienzugang erweitert.

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References

  1. ACT Brief: Portfolio-Level Recruitment Strategy, Structural Change Through Systems ... · appliedclinicaltrialsonline.com
  2. Asembia's AXS26 Summit: Are Regulatory Policies Impacting Early-Stage Portfolio Planning? · syneoshealth.com
  3. Participant enrolment and retention key to clinical trial derisking · clinicaltrialsarena.com
  4. Patient Recruitment and Retention Services Market Overview: - openPR.com · openpr.com
  5. SCOPE Summit 2026: Patient -Centered Strategy as a Driver of Recruitment and Retention · appliedclinicaltrialsonline.com