Verschiebung im Management von CAR-T-Toxizitäten hin zu phänotyp- und mechanismusbasierten Interventionen
Das Management von CAR-T-Toxizitäten verlagert sich hin zu phänotyp- und mechanismusbasierten Interventionen. Im Fokus stehen CRS, ICANS, IEC-HS sowie langfristige Risiken wie Zytopenie und Infektionen.
CAR-T-Toxizitätsmanagement in der hämatologischen Onkologie verlagert sich von einem „One-size-fits-all“-Ansatz hin zu phänotyp- und mechanismusbasierten Interventionen. Zu den hervorgehobenen Schlüsselbereichen zur Minderung CAR-assoziierter Nebenwirkungen gehörten das Zytokin-Freisetzungssyndrom, das mit Immun-Effektorzellen assoziierte Neurotoxizitätssyndrom, das mit Immun-Effektorzellen assoziierte hämophagozytische lymphohistiozytoseähnliche Syndrom sowie langfristige Risiken von Zytopenie und Infektion.
Das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) ist ein Risikomodell, wobei Ereignisse von Faktoren wie Produktdesign, Tumorkontext, Zielantigenen und den Immunreserven des Wirts beeinflusst werden. Die Inzidenz von CRS kann sich zwischen CAR-T-Produkten wie obecabtagene autoleucel (obe-cel; Aucatzyl) und brexucabtagene autoleucel (brexu-cel; Tecartus) unterscheiden, und die Auswahl von CAR-T-Zelltherapien basiert eher auf dem Toxizitätsmanagement als allein auf der Wirksamkeit.
Das mit Immun-Effektorzellen assoziierte Neurotoxizitätssyndrom (ICANS) wurde eher als übergreifender Phänotyp denn als ein einzelner Mechanismus beschrieben. Unterschiedliche Mechanismen deuten darauf hin, dass eine pauschale Eskalation von Steroiden nicht für jeden Phänotyp optimal ist und dass eine phänotypbasierte Klassifikation, biomarkergestützte Steuerung und personalisierte antiinflammatorische Strategien erforderlich sein könnten, um das ICANS-Management zu optimieren.
Das mit Immun-Effektorzellen assoziierte hämophagozytische lymphohistiozytoseähnliche Syndrom (IEC-HS) wurde als unterschätzte Bedrohung beschrieben. Die Inzidenz von IEC-HS beim multiplen Myelom und bei chronischer lymphatischer Leukämie könnte tocilizumab-(Actemra)-basierte Algorithmen infrage stellen, und Minderungsstrategien unter Einbeziehung von anakinra (Kineret) und ruxolitinib (Jakafi) könnten rationaler sein als eine alleinige IL-6-Hemmung.
Bei den langfristigen Risiken von Zytopenie und Infektion könnten die CAR-HEMATOTOX-Kriterien helfen, eine prolongierte schwere Neutropenie bereits vor der Zelltherapie vorherzusagen. Daten aus einer Phase-3-Studie (NCT03073967) zu pritelivir bei refraktärer Herpes-simplex-Virus-Infektion deuten auf einen Wechsel von stationärer zu ambulanter Versorgung sowie auf eine Verringerung von Toxizität und Störungen der Zelltherapieplanung hin.