Neue Forschung treibt Krebsimmuntherapie durch klinische Daten, Resistenzmechanismen und Mikrobiom-Erkenntnisse voran

Neue klinische Daten zur ANKTIVA-Immuntherapie beim Lungenkarzinom, eine Studie zur EBV-induzierten Resistenz über ADAR1-RNA-Editierung und Forschung zu Mikrobiom-Metaboliten, die die Immuntherapie-Antwort modulieren, wurden auf großen Konferenzen und in aktuellen Publikationen vorgestellt.

Aktuelle wissenschaftliche Präsentationen und veröffentlichte Studien erweitern das Verständnis der Krebsimmuntherapie durch neue klinische Studiendaten, Entdeckungen zur virusinduzierten Therapieresistenz und Untersuchungen zur Rolle des Mikrobioms.

ImmunityBio stellte neue Phase-3-Klinikdaten zu seinem IL-15-Rezeptor-Agonisten ANKTIVA (nogapendekin alfa inbakicept-pmln) auf dem ASCO-Annual-Meeting 2026 vor. Die Daten umfassten Ergebnisse aus zwei randomisierten Studien bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Die ResQ201A-Studie evaluierte ANKTIVA in Kombination mit Tislelizumab und Docetaxel versus Docetaxel allein bei fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC, das gegenüber Immune-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) resistent war. Die QUILT-2.023-Studie untersuchte ANKTIVA mit einem Checkpoint-Inhibitor mit oder ohne Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung von NSCLC. ANKTIVA soll natürliche Killerzellen (NK-Zellen), CD4+ und CD8+ T-Zellen sowie Gedächtnis-T-Zellen aktivieren, um die Immunfunktion wiederherzustellen. Das Unternehmen präsentierte zudem einen adjustierten indirekten Vergleich von ANKTIVA plus BCG versus Pembrolizumab bei BCG-refraktärem nicht-muskelinvasivem Blasenkreoz.

Separat beschreibt eine in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie einen Mechanismus, durch den das Epstein-Barr-Virus (EBV) eine Tumorresistenz gegenüber der Immuntherapie fördert. Die Forschung zeigt, dass das virale Protein EBNA1 die Aktivität des RNA-editierenden Enzyms ADAR1 verstärkt. Dieses erhöhte ADAR1 erhöht die A-zu-I-RNA-Editierung in doppelsträngiger RNA nahe interferonassoziierten Genen, was immunstimulatorische Signale maskiert und den Interferon-Weg abschwächt, was zu einer reduzierten Infiltration von CD8+ T-Zellen und einem beschleunigten Tumorwachstum führt. Die Kombination eines EBNA1-abbauenden Moleküls, EP-1215, mit einem Anti-PD-1-Antikörper stellte das Interferon-Signal effektiv wieder her und unterdrückte EBNA1-positive Tumore in humanisierten Mausmodellen.

Eine weitere Forschungsarbeit beleuchtet, wie von Darmbakterien produzierte Metaboliten die Antwort auf die Krebsimmuntherapie modulieren können. Ein Übersichtsartikel fasst Ergebnisse mehrerer Studien zusammen, die zeigen, dass Metaboliten wie kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) und Indole sowohl immunstimulatorische als auch immunsuppressive Effekte haben können. Beispielsweise wurde Butyrat, eine durch mikrobielle Fermentation produzierte SCFA, mit verbesserten Antworten auf Anti-PD-1-Therapie in Modellen von Melanom, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom und colorektalem Karzinom in Verbindung gebracht. Andere Studien haben gezeigt, dass bestimmte mikrobielle Metaboliten die Wirksamkeit der adoptiven T-Zell-Therapie und der Anti-CTLA-4-Therapie beeinflussen können.

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References

  1. Microbiota-derived metabolites as modulators of cancer immunotherapy response · springermedizin.de
  2. ImmunityBio Presents New Clinical and Comparative Data Across Lung and Bladder Cancer ... · ir.immunitybio.com
  3. Exogenous Epstein–Barr virus nuclear antigen 1 induces ADAR1-driven tumor resistance ... · nature.com