Korsana Biosciences tritt mit 175 Mio. US‑Dollar an, um eine Alzheimer-Therapie der nächsten Generation zu entwickeln
Korsana Biosciences ist mit 175 Mio. US‑Dollar an Finanzierung aus dem Stealth-Modus hervorgetreten, um KRSA-028 voranzutreiben – einen shuttled monoklonalen Antikörper gegen Amyloid beta bei der Alzheimer-Krankheit, der mithilfe der THETA™-Plattform die Penetration über die Blut-Hirn-Schranke verbessern soll. First-in-Human-Studien sind für Anfang 2027 geplant; erste Sicherheits- sowie Proof-of-Concept-Daten zur Plaque-Clearance werden im Laufe bzw. bis Ende 2027 erwartet.
Korsana Biosciences, ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entdeckung und Entwicklung neuartiger Therapien zur Verringerung der Belastung durch neurodegenerative Erkrankungen konzentriert, gab bekannt, aus dem Stealth-Modus hervorzutreten – mit 175 Mio. US‑Dollar an Finanzierung durch ein Konsortium von Healthcare-Investoren. Das Unternehmen wurde 2024 mit einer Seed-Investition über 25 Mio. US‑Dollar von Fairmount und Venrock Healthcare Capital Partners gegründet. Im September 2025 schloss Korsana eine private Series-A-Finanzierung über 150 Mio. US‑Dollar ab, die von Wellington Management und TCGX gemeinsam angeführt wurde; beteiligt waren zudem J.P. Morgan Life Sciences Private Capital, Janus Henderson Investors, Sanofi Ventures, Foresite Capital und weitere.
Das Kapital soll die Entwicklung potenzieller Best-in-Class-Therapeutika gegen neurodegenerative Erkrankungen unterstützen, zunächst mit Fokus auf die Alzheimer-Krankheit. Die Alzheimer-Krankheit stellt einen enormen und weiter wachsenden ungedeckten medizinischen Bedarf dar; für die USA wird prognostiziert, dass sich die Patientenzahl bis 2050 auf etwa 13 Millionen verdoppelt. Bislang wurden nur zwei krankheitsmodifizierende Therapien zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit zugelassen – beide sind mit Sicherheitswarnhinweisen versehen, zeigen nur eine moderate Wirksamkeit und gehen mit einer hohen Versorgungsbelastung einher.
Der führende Kandidat von Korsana, KRSA-028, ist ein shuttled monoklonaler Antikörper (monoclonal antibody) der nächsten Generation, der Amyloid beta bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit adressiert. KRSA-028 wurde in Zusammenarbeit mit Paragon Therapeutics entdeckt und nutzt die firmeneigene Therapeutic-Targeting-Plattform THETA™, die klinisch validierten Transferrin-Rezeptor sowie Fc-Engineering umfasst. Der Ansatz soll die Wirkstoffübertragung über die Blut-Hirn-Schranke verbessern und Einschränkungen früherer Transferrin-Rezeptor-basierter Technologien adressieren.
Die Therapie bindet selektiv an in Plaques angereicherte Formen von Amyloid beta und ist darauf ausgelegt, die Plaque-Clearance zu erhöhen und zugleich das Risiko amyloidbedingter Bildgebungsauffälligkeiten (amyloid-related imaging abnormalities) sowie anderer unerwünschter Ereignisse zu senken, die Behandlungen der ersten Generation erschwert haben. Nach Angaben des Unternehmens ist KRSA-028 so konstruiert, dass es die Clearance von Amyloid-Plaques steigert, die Rate amyloidbedingter Bildgebungsauffälligkeiten und hämatologischer unerwünschter Ereignisse reduziert und eine niedrigvolumige subkutane Applikationsform ermöglicht, um Komfort und Therapietreue zu verbessern. Im Gegensatz zu derzeit vermarkteten Amyloid-gerichteten Therapien, die häufig wiederholte intravenöse Infusionen und eine engmaschige Überwachung erfordern, wird KRSA-028 als niedrigvolumige subkutane Injektion entwickelt – ein Ansatz, der die Behandlungslogistik für Patientinnen und Patienten sowie Betreuungspersonen erleichtern soll.
Das Überwinden der Blut-Hirn-Schranke zählt seit jeher zu den größten Hürden bei der Entwicklung von Therapien für Erkrankungen des zentralen Nervensystems, da viele Biologika keine ausreichenden Konzentrationen im Hirngewebe erreichen. Das Unternehmen erklärt, sein Ansatz kombiniere klinisch validierte Transferrin-Rezeptor-Biologie mit einer Technik zur Modifikation therapeutischer Antikörper, dem sogenannten Fc-Engineering, um die Penetration ins Gehirn zu verbessern.
Die Finanzierung soll den Betrieb voraussichtlich bis 2028 sichern und damit die Durchführung bis zu wichtigen klinischen Meilensteinen ermöglichen. Das Unternehmen plant, bis Anfang 2027 First-in-Human-Studien (first-in-human clinical studies) zu initiieren. Dazu gehören Daten zur Pharmakokinetik, zur Penetration des zentralen Nervensystems und zur Sicherheit aus Studien mit gesunden Freiwilligen, die Mitte 2027 erwartet werden, sowie erste Proof-of-Concept-Daten (proof-of-concept data), die eine Clearance von Amyloid-Plaques bei Alzheimer-Patienten belegen sollen und bis Ende 2027 erwartet werden.
Korsana treibt zudem weitere THETA-gestützte Programme für nicht offengelegte neurodegenerative Erkrankungen mit großem ungedecktem Bedarf voran. Über die Alzheimer-Krankheit hinaus baut Korsana eine breitere Pipeline von Kandidaten für andere neurodegenerative Erkrankungen auf, auch wenn spezifische Targets weiterhin nicht offengelegt sind.
Korsana hat Jonathan Violin, Ph.D., zum President und Chief Executive Officer ernannt. Violin war zuvor von 2020 bis 2023 Gründungs-CEO von Viridian Therapeutics und außerdem Gründungs-CEO von Dianthus Therapeutics und Quellis Biosciences, das später mit Astria Therapeutics fusionierte. Seit 2023 ist er Venture Partner bei Fairmount.
Das in Waltham, Massachusetts, ansässige Unternehmen ist das sechste Biotech, das aus dem Umfeld des Venture-Creators Paragon Therapeutics hervorgegangen ist. Paragon Therapeutics, 2021 von Fairmount gegründet und ebenfalls in Waltham, Massachusetts, ansässig, hat inzwischen sieben Unternehmen auf Basis von von ihm entwickelten Assets gegründet, darunter Korsana.