FDA veröffentlicht Entwurf einer Leitlinie zur Validierung von Alternativen zu Tierversuchen
Die FDA hat einen Leitlinienentwurf veröffentlicht, um Arzneimittelentwicklern bei der Validierung von New Approach Methodologies als Alternativen zu Tierversuchen zu helfen. Die Leitlinie etabliert vier Validierungssäulen und signalisiert einen Wandel hin zu humanzentrischen Sicherheitsdaten in der Arzneimittelentwicklung.
Die FDA hat einen Leitlinienentwurf veröffentlicht, der Arzneimittelentwicklern bei der Validierung von New Approach Methodologies (NAMs) als Alternativen zu traditionellen Tierversuchen helfen soll. Dieser Schritt signalisiert eine formale Abkehr von Tierversuchen als regulatorischem Standardverfahren und bevorzugt humanzentrische Daten, um die Markteinführung sicherer und wirksamer Therapien zu beschleunigen.
Das Center for Drug Evaluation and Research priorisiert nun NAMs – Technologien wie Organ-on-Chips, 3D-Organoide und KI-gestützte In-silico-Modellierung – als zuverlässigere Prädiktoren für menschliche Reaktionen. Die Leitlinie beschreibt, wie Unternehmen die wissenschaftliche Validität dieser Instrumente nachweisen können, um regulatorisches Vertrauen zu gewinnen.
Der Commissioner betont die Notwendigkeit dieses Übergangs und erklärt: „Technologische Fortschritte ermöglichen es uns, in der Arzneimittelentwicklung über Tierversuche hinauszugehen, die eine schlechte Erfolgsbilanz bei der Vorhersage von Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen aufweisen."
Die FDA hat vier definitive Säulen integriert, anhand derer Pharmaunternehmen NAMs qualifizieren und sicher in ihre Anträge einbinden können, um sicherzustellen, dass diese modernen Instrumente regulatorische Standards erfüllen: Anwendungskontext (klare Definition, wie und wo das Instrument im regulatorischen Prozess eingesetzt wird), humanbiologische Relevanz (Nachweis, wie das Modell die Toxizität beim Menschen präzise bewertet), technische Charakterisierung (Etablierung, dass die Methode zuverlässig, robust und konsistent ist) und Zweckeignung (Sicherstellung, dass die Daten direkt bei regulatorischen Entscheidungen und der Arzneimittelzulassung helfen).
Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine zweckgeeignete NAM eine Tierstudie ersetzen oder eine Datenlücke schließen könnte, die durch tierbasierte Methoden nicht adressiert wird, oder zusätzliche Informationen liefern könnte, wenn traditionelle nicht-klinische Modelle nicht verfügbar sind. Beispielsweise könnte eine In-vitro-NAM begründen, warum bestimmte Tierspezies möglicherweise keine nützlichen Informationen liefern, so das Dokument, das bis zum 18. Mai zur Stellungnahme offen ist.
Während die FDA ihren Leitlinienentwurf veröffentlichte, gab die NIH bekannt, dass sie 150 Millionen US-Dollar in humanbasierte Forschung investieren wird, um die erforderlichen Instrumente zur Reduzierung der Verwendung von Tiermodellen zu entwickeln – die ersten Förderungen im Rahmen des kürzlich angekündigten Complement Animal Research in Experimentation (Complement-ARIE) programme.
In einer Stellungnahme bezeichnete die US-Regulierungsbehörde die NAMs-Leitlinie als „wichtigen Meilenstein" auf diesem Weg und erklärte, sie „spiegelt das Engagement der FDA wider, sich von der Verwendung von Tierversuchen als Standardmethode zur Gewinnung von Arzneimittelsicherheitsinformationen abzuwenden."
Während die Leitlinie einen allgemeinen Fahrplan bietet, schreibt sie keine spezifischen Technologien vor und behandelt keine spezifischen Methodologien oder Anwendungen in der Arzneimittelforschung. Stattdessen ermutigt die FDA Entwickler, sich bereits in der präklinischen Testphase mit ihren spezialisierten medizinischen Teams zu treffen und sich bei ihren Experten über die Spezifika von „Indikations-, Krankheits-, Organ- und Endpunkt-[…]-Anwendungen" zu beraten.
Das Dokument ist die jüngste Etappe in der Roadmap der FDA zur Reduzierung von Tierversuchen in den nächsten drei bis fünf Jahren, die im April letzten Jahres veröffentlicht wurde, und folgt auf andere Maßnahmen wie die kürzliche Veröffentlichung einer Leitlinie zur Reduzierung oder Einstellung von Toxizitätsstudien mit monoklonalen Antikörper-basierten Arzneimitteln an nicht-menschlichen Primaten (NHPs).
Der Secretary of Health and Human Services betonte die breitere Auswirkung der Leitlinie auf zukünftige Innovationen und merkte an: „Klare Validierungserwartungen werden modernen Instrumenten helfen, regulatorisches Vertrauen zu gewinnen und sicherere, wirksamere Therapien schneller zu den Patienten zu bringen."