Studie findet: BMI und Typ-2-Diabetes erhöhen unabhängig voneinander die Arteriensteifigkeit
Eine Querschnittsstudie zeigt, dass Typ-2-Diabetes und Body-Mass-Index unabhängig voneinander die Arteriensteifigkeit verschlechtern, wobei der BMI einen größeren Einfluss hat. Es wurde keine Synergie zwischen den beiden Risikofaktoren gefunden.
Eine neue Studie, veröffentlicht in Diabetes, Metabolic Syndrome and Obesity, berichtet, dass Typ-2-Diabetes (T2DM) und Body-Mass-Index (BMI) beide unabhängig voneinander zu einer erhöhten Arteriensteifigkeit beitragen, wobei der BMI den größten Anteil der Gefäßschädigung ausmacht. Die Querschnittsanalyse von 255 chinesischen Erwachsenen fand keine synergistische Wechselwirkung zwischen den beiden Erkrankungen, was darauf hindeutet, dass ihre Auswirkungen auf die Arterien additiv und nicht multiplikativ sind.
Die retrospektive, gematchte Querschnittsstudie umfasste 255 Teilnehmer: 129 mit T2DM und 126 gematchte Kontrollen ohne Diabetes. Die Kontrollen wurden nach Alter (±5 Jahre), Geschlecht und BMI-Kategorie gematcht. T2DM wurde gemäß den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation diagnostiziert, und die Teilnehmer mit T2DM wurden in drei BMI-basierte Kategorien eingeteilt: schlank (BMI <25 kg/m², n=48), übergewichtig (BMI 25–29,9 kg/m², n=44) und fettleibig (BMI ≥30 kg/m², n=37). Die Intima-Media-Dicke der Karotis (IMT) und die Pulswellengeschwindigkeit (PWV) wurden mittels Ultraschallbildgebung gemessen.
Im Vergleich zur diabetesfreien Gruppe hatten die Teilnehmer mit T2DM eine signifikant höhere IMT und PWV (P<0,001). Bei Menschen mit T2DM war eine zunehmende BMI-Kategorie mit progressiven Anstiegen von IMT und PWV verbunden (P<0,001). Die multivariate Analyse ergab, dass die BMI-Kategorie stark mit der IMT der Karotis (standardisiertes β 0,715, 95%-KI: 113,4–174,7) und der PWV (standardisiertes β 0,544, 95%-KI: 0,81–1,73) assoziiert war, was auf einen progressiven Einfluss des BMI auf die Arteriensteifigkeit hinweist. Es wurde keine Wechselwirkung zwischen T2DM und BMI beobachtet (IMT: P-Interaktion=0,95; PWV: P-Interaktion=0,56), was für unabhängige Effekte spricht.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass T2DM und BMI additive, aber nicht synergistische Effekte auf die Arteriensteifigkeit haben, wobei der BMI den größten Teil der Gefäßschädigung ausmacht. Das Querschnittsdesign schließt jedoch kausale Schlussfolgerungen aus. Die Ergebnisse unterstreichen die klinische Relevanz des Gewichtsmanagements bei Menschen mit T2DM.