BioNTech startet in den Mai mit Zahlen, Aktionärsvotum und Fokus auf die Onkologie-Pipeline
BioNTech geht mit den Quartalszahlen am 5. Mai und einer Aktionärsabstimmung über eine Kapitalerhöhung am 15. Mai in einen entscheidenden Monat. Während die Einnahmen aus COVID-19-Impfstoffen weiter sinken, setzt das Unternehmen verstärkt auf seine Onkologie-Pipeline als Wachstumstreiber.
BioNTech startet in einen richtungsweisenden Monat: Für den 15. Mai ist eine Aktionärsabstimmung über eine umfangreiche Kapitalerhöhung angesetzt, und am 5. Mai werden die Ergebnisse des ersten Quartals erwartet. Das Unternehmen vollzieht den Übergang von einem Pandemiekonzern zu einem diversifizierten Onkologieanbieter, während die Umsätze mit COVID-19-Impfstoffen sinken und die Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Verwaltung weiter steigen.
Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte BioNTech einen Umsatz von rund €2,87 Milliarden, wies jedoch einen Nettoverlust von €1,13 Milliarden aus. Das Management hat für 2026 niedrigere Umsätze in Aussicht gestellt, während das COVID-19-Impfstoffgeschäft, einst eine wichtige Cashcow, nun die Gewinn- und Verlustrechnung belastet.
Auf der virtuellen Hauptversammlung am 15. Mai sollen die Aktionäre über einen Vorschlag zur Schaffung neuen genehmigten Kapitals abstimmen, das die Ausgabe von bis zu 129,5 Millionen neuen Aktien ermöglichen würde, was der Hälfte des derzeitigen Grundkapitals entspricht. Die Maßnahme soll dem Management den finanziellen Spielraum verschaffen, klinische Studien im Spätstadium zu finanzieren und die Abhängigkeit des Unternehmens von den Einnahmen aus COVID-19-Impfstoffen zu verringern. Parallel zu dem Kapitalbeschluss plant das Unternehmen, den Aufsichtsrat von sechs auf acht Mitglieder zu erweitern und zwei Spezialisten für Onkologie und klinische Entwicklung aufzunehmen.
Abseits des Unternehmenskalenders gibt die Onkologie-Pipeline Anlass zu Optimismus. Mitte April meldeten BioNTech und sein Partner DualityBio positive Phase-2-Daten für den Antikörper-Wirkstoff-Konjugat-Kandidaten BNT323. Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom zeigte die Studie eine objektive Ansprechrate von etwa 49% und ein medianes progressionsfreies Überleben von 8,1 Monaten.
Der Wirkstoffkandidat Trastuzumab Pamirtecan verfügt zudem über die FDA-Status Fast Track und Breakthrough Therapy. Phase-3-Studien laufen, und ein Biologics License Application ist für 2026 geplant. Das Unternehmen investiert massiv in die Onkologie, nutzt dieselbe mRNA-Plattform für personalisierte Krebstherapien, und seine F&E-Ausgaben überstiegen 2025 €1,5 Milliarden.
Die Herausforderungen im angestammten Geschäft bleiben erheblich. Comirnaty, entwickelt in Partnerschaft mit Pfizer, sorgte während der Pandemie für enorme Umsätze, sieht sich inzwischen jedoch mit einer stark rückläufigen Nachfrage konfrontiert. Pfizer und BioNTech stoppten kürzlich eine große US-Studie zu ihrem aktualisierten COVID-19-Impfstoff für Erwachsene im Alter von 50 bis 64 Jahren wegen unzureichender Rekrutierung, sodass keine Daten erzeugt werden konnten, die den Standards der FDA entsprochen hätten.
2025 gingen die weltweiten Verkäufe von COVID-Impfstoffen im Jahresvergleich um mehr als 50% zurück, was den Umsatz von BioNTech stark belastete. FDA-Zulassungen halten den Impfstoff für Hochrisikogruppen relevant, doch die Zurückhaltung gegenüber Routineimpfungen hält an. Der Rückschlag in der US-Studie erfolgt kurz vor einer für Mai erwarteten Sitzung des Beratungsgremiums der FDA, die die Stammauswahl für die Herbstimpfstoffe beeinflussen wird.
Die Bilanz von BioNTech wird weiterhin durch eine hohe Liquiditätsposition gestützt, und die Barreserven wurden nach der Pandemie mit weiterhin robusten mehr als €17 Milliarden beschrieben. Strategische Partnerschaften und laufende Investitionen in die Onkologie-Infrastruktur unterstützen den Wandel des Unternehmens, während Anleger am 5. Mai genau prüfen werden, ob die Onkologie-Pipeline bereits einen messbaren Beitrag zur Diversifizierung der Umsätze leistet oder ob die Lücke bei den COVID-Einnahmen das Finanzbild weiterhin dominiert.