Markt für Präzisionsmedizin soll bis 2034 auf 179,4 Milliarden US-Dollar wachsen

Der globale Markt für Präzisionsmedizin erreichte 2025 ein Volumen von 82,1 Milliarden US-Dollar und soll bis 2034 auf 179,4 Milliarden US-Dollar wachsen. Fachleute betonen, dass Präzisionsernährungs-Interventionen ihre Kosteneffektivität belegen müssen, um einen patientenrelevanten Nutzen zu liefern.

Der globale Markt für Präzisionsmedizin erreichte 2025 ein Volumen von 82,1 Milliarden USD und dürfte bis 2034 auf 179,4 Milliarden USD anwachsen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,63 % im Prognosezeitraum 2026–2034. Getrieben wird dieses Wachstum durch bedeutende Fortschritte in der Genomik, der personalisierten Gesundheitsversorgung sowie technologische Innovationen einschließlich KI und Big-Data-Analytik.

Mit der Marktausweitung betonen Forschende, dass Präzisionsernährungs-Interventionen ihre Kosteneffektivität berücksichtigen müssen, um Patientinnen und Patienten einen Nutzen zu bringen. Präzisionsernährungs-Interventionen bei Typ-2-Diabetes, die selbst kurzfristig den Medikamentenverbrauch oder die Zahl der Gesundheitsversorgungskontakte reduzieren, sind wahrscheinlich kosteneffektiv.

Das Konzept der Präzisionsernährung — die Anpassung der Ernährung an einzelne Personen — versucht Behandlungen in ähnlicher Weise zu optimieren, wie die Präzisionsmedizin Behandlungen für individuelle Patientinnen und Patienten zu optimieren versucht. Da Darmbakterien zu Unterschieden in unseren Reaktionen auf Nahrung beitragen, untersuchen Forschende, ob Wissen über individuelle Mikrobiome helfen könnte, personalisierte Ernährungsansätze zu steuern.

Wenn wir Nahrung zu uns nehmen, nähren wir nicht nur uns selbst, sondern füttern auch die zig Billionen Mikroben, die in unserem Darm leben. Das ist ein möglicher Grund, warum Menschen auf dieselbe Ernährung unterschiedlich reagieren könnten — sie haben eine andere Zusammensetzung von Bakterien, aus der ihre Mikrobiome bestehen.

Forschende beim japanischen Snack- und Cerealienhersteller Calbee untersuchen, ob Präbiotika — etwa bestimmte Arten von Ballaststoffen — eine Rolle beim Aufbau und Erhalt einer gesunden Darmflora spielen könnten. Präbiotika liefern die Nahrung, die einige nützliche Darmbakterien zum Gedeihen benötigen, während Probiotika dem Darm „gute“ Bakterien zuführen.

In Laborversuchen nutzten sie ein spezielles Bioreaktorsystem, das Bedingungen im menschlichen Darm nachbildet, um herauszufinden, wie unterschiedliche Bakterienarten auf verschiedene Präbiotika reagieren, die Granola zugesetzt werden könnten. Die Forschenden beobachteten eine Zunahme der Gesamtpopulationen von Darmbakterien, wenn das Bioreaktorsystem mit Granola versorgt wurde, das mit Präbiotika angereichert war, verglichen mit Granola ohne Präbiotika-Zusatz.

Die Forschenden überwachten die Spiegel kurzkettiger Fettsäuren, also Metaboliten, die von Darmbakterien produziert werden und laut Studien gesundheitsförderlich sein könnten. Sie stellten fest, dass bei Fütterung der Bioreaktoren mit präbiotikahaltigem Granola die Produktion kurzkettiger Fettsäuren höher war als in Bioreaktoren, die Granola ohne Präbiotika erhielten. Diese werden weltweit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untersucht, um potenzielle Effekte auf Stuhlgang, Stärke der Darmbarriere, Adipositas, Blutzuckerregulation, Entzündung und Immunität zu erforschen.

Auf Basis der durchgeführten Forschung hat das Unternehmen einen personalisierten Ernährungs-Abonnementdienst entwickelt, der sechs verschiedene Präbiotika für Granola anbietet, die — so argumentiert Calbee — besser zu unterschiedlichen Mischungen von Darmbakterien passen könnten. Seit dem Start des Programms in Japan im Jahr 2023 wurde bei mehr als 40.000 Menschen die Darmflora analysiert.

Die wachsende Nachfrage nach personalisierten Behandlungen sowie Fortschritte in der Genomtechnologie treiben den Markt für Präzisionsmedizin erheblich an. Innovationen wie Hochdurchsatz-Sequenzierung und Bioinformatik ermöglichen eine schnellere, kosteneffiziente Genomsequenzierung und erleichtern dadurch zielgerichtete Therapien auf Basis der individuellen Genetik. Diese Fortschritte unterstützen Therapien, die Ergebnisse verbessern und zugleich unerwünschte Wirkungen minimieren.

Die zunehmende Prävalenz chronischer Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht die Nachfrage zusätzlich. Präzisionsmedizin bietet personalisierte Behandlungen, die an genetische Profile angepasst sind, steigert die Wirksamkeit der Therapie und senkt die Gesundheitskosten, indem Trial-and-Error-Ansätze reduziert werden.

Erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung durch staatliche Stellen, private Unternehmen und philanthropische Organisationen beschleunigen die Entdeckung neuartiger Biomarker und begleitender Diagnostika (companion diagnostics). Diese finanzielle Unterstützung fördert Innovation, den Aufbau von Entwicklungspipelines sowie die Überführung wissenschaftlicher Durchbrüche in klinische Anwendungen.

Die Onkologie hält aufgrund zielgerichteter Krebstherapien den größten Anteil unter den Anwendungsbereichen. Nordamerika führt mit dem größten Marktanteil, getrieben durch eine robuste Gesundheitsinfrastruktur und F&E-Investitionen. Zu den zentralen Herausforderungen zählen hohe Kosten und komplexe regulatorische Rahmenbedingungen, die zugleich Chancen für Kostensenkungen und Innovationen in regulatorischen Strategien bieten.

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References

  1. Exploring prebiotics for personal nutrition - Nature · nature.com
  2. Precision Medicine Market Size to Surpass USD 179.4 Billion - openPR.com · openpr.com
  3. Precision nutrition must consider cost-effectiveness to deliver benefits to patients | Nature Medicine · nature.com