Medtronics MiniMed strebt bei IPO Bewertung von 7,9 Mrd. US-Dollar an und baut 81 Stellen ab
Medtronics Diabetes-Einheit MiniMed strebt bei ihrem U.S.-Börsengang eine Bewertung von bis zu 7,86 Mrd. US-Dollar an und will über die Platzierung von 28 Mio. Aktien bis zu 784 Mio. US-Dollar einwerben. Parallel bestätigt eine WARN-Mitteilung den Abbau von 81 Stellen am Standort Northridge im Zuge der geplanten Abspaltung in eine eigenständige börsennotierte Gesellschaft.
Medtronics MiniMed Group teilte am Dienstag mit, dass sie bei ihrem U.S.-Börsengang (IPO) eine Bewertung von bis zu 7,86 Mrd. US-Dollar anstrebt – ein weiterer Schritt in dem Plan des Medizintechnikherstellers, sein Diabetesgeschäft abzuspalten. Die in Northridge, Kalifornien, ansässige Einheit will in ihrem IPO bis zu 784 Mio. US-Dollar einnehmen, indem sie 28 Mio. Aktien zu einem Preis zwischen 25 und 28 US-Dollar je Aktie anbietet.
Eine in Kalifornien eingereichte Worker Adjustment and Retraining Notification (WARN)-Mitteilung bestätigt die Pläne des Unternehmens, in seiner Niederlassung in Northridge 81 Beschäftigte zu entlassen. In der Mitteilung heißt es, Medtronic habe den Bundesstaat am 5. Februar 2026 über den geplanten Personalabbau informiert; die Entlassungen sollen am 7. April 2026 wirksam werden. Die Umstrukturierung der Abläufe betrifft Funktionen in Engineering, IT, Marketing sowie Technikerstellen.
Die Einheit, ein Schwergewicht in der Diabetesversorgung, das Produkte wie Insulinpumpen, Glukosemesssysteme und Sensoren herstellt, blickt auf über 40 Jahre Erfahrung in der Produktion von Insulinpumpen zurück. MiniMed tritt damit als etabliertes Geschäft und nicht als Start-up an den Markt; die Abspaltung ermöglicht es dem Unternehmen, Investoren anzusprechen, die ein reines Exposure zu Diabetes-Technologie suchen.
Medtronic hatte im vergangenen Jahr erklärt, das Diabetesgeschäft – gemessen am Umsatz das kleinste Segment – über einen IPO und eine spätere Abspaltung (Split-off) ausgliedern zu wollen, um das Portfolio zu vereinfachen und den Fokus auf wachstumsstarke Märkte mit hohen Margen zu schärfen. Im Mai 2025 kündigte das Unternehmen an, die Diabetes-Einheit in eine eigenständige, börsennotierte Gesellschaft auszugliedern. Der Schritt sollte ein „fokussierteres Medtronic“ mit einem stärker vereinfachten Portfolio in wachstumsstarken Hochmargenmärkten schaffen und zugleich einen unabhängigen, skalierten Marktführer im Diabetesbereich etablieren.
Medtronic wird voraussichtlich sechs Monate nach dem IPO eine nachgelagerte Abspaltung (Split-off) von MiniMed durchführen. Das Unternehmen erwartet, die durch den IPO angestoßene Abtrennung bis zum Ende des Kalenderjahres abzuschließen; der Gesamtprozess soll innerhalb von 18 Monaten beendet sein.
Der Medizintechnikhersteller hat zudem sein Nierenversorgungsportfolio 2023 über das Joint Venture Mozarc Medical ausgegliedert und 2024 das Beatmungsgerätegeschäft verlassen, um die Abläufe zu straffen. Medtronics Entscheidung, MiniMed abzuspalten, erfolgt fast 25 Jahre nachdem das Unternehmen das Geschäft in einem Deal im Umfang von nahezu 3,3 Mrd. US-Dollar übernommen hatte.
In den vergangenen Jahren hatte die Einheit mit regulatorischen Bedenken hinsichtlich Qualitätsmanagement sowie mit Cybersicherheitsproblemen bei bestimmten Geräten zu kämpfen. In den jüngsten Quartalen kehrte sie jedoch wieder auf den Wachstumspfad zurück – begünstigt durch ihre 780G-Insulinpumpe sowie Verbesserungen bei den Sensoren. Medtronic teilte Anfang dieser Woche mit, man habe die nächste Generation MiniMed Flex zur Zulassung bei der FDA eingereicht.
Obwohl das Unternehmen ein starkes Umsatzwachstum gezeigt hat, besteht der Nachteil einer eigenständigen Einheit im Wegfall des finanziellen Sicherheitsnetzes von Medtronic. MiniMed hat drei Jahre in Folge Nettoverluste ausgewiesen, weshalb Investoren einen klaren Weg zur Profitabilität verlangen werden.
Goldman Sachs, BofA Securities, Citigroup und Morgan Stanley sind die aktiven Bookrunner. MiniMed strebt eine Notierung an der Nasdaq unter dem Kürzel „MMED“ an.