Roche investiert 478 Mio. US-Dollar in klinische Studien in Korea; Vorab-Lizenzdeals unterstreichen Marktdynamik

Roche hat mit dem Ministry of Health and Welfare eine Vereinbarung unterzeichnet, in den kommenden fünf Jahren 478 Mio. US-Dollar in klinische Studien in Korea zu investieren – die bislang größte ausländische Pharma-Investition dieser Art. Parallel dazu sichern sich koreanische Unternehmen weltweit Vorab-Lizenz- und Vertriebsdeals, was die wachsende Wettbewerbsfähigkeit des Sektors unterstreicht.

Globaler Pharmakonzern Roche hat mit dem Ministry of Health and Welfare eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet, um in den kommenden fünf Jahren 710 Milliarden Won (478 Mio. US-Dollar) in klinische Studien in Korea zu investieren. Es ist das erste Mal, dass das Ministerium eine derart große Investition eines ausländischen Pharmaunternehmens anziehen konnte.

Im Rahmen der Vereinbarung wird Roche in Korea globale klinische Studien zu häufigen und therapieresistenten Erkrankungen sowie zu fortgeschrittenen Biopharmazeutika durchführen. Zudem plant das Unternehmen, Fachkräfte für Forschung und Entwicklung (R&D) auszubilden sowie vielversprechende koreanische Biohealth-Unternehmen im Rahmen von Open Innovation zu identifizieren und zu unterstützen. Die Open-Innovation-Strategie umfasst die Prüfung aussichtsreicher Pipelines und die Ausweitung von Möglichkeiten für gemeinsame Entwicklung oder Technologietransfer.

Die Zusammenarbeit ging von Roche aus. Das Unternehmen, das die Einrichtung eines asiatischen Hubs für klinische Studien erwogen hatte, bewertete Koreas Wettbewerbsfähigkeit in der klinischen Forschung hoch und wandte sich zunächst an die Regierung.

Multinationale Pharmaunternehmen investierten 2024 in Korea 1,03 Billionen Won in klinische Forschung – ein Plus von 74 Prozent gegenüber 596,2 Milliarden Won im Jahr 2020 –, wie aus dem Bericht „2025 R&D and Investment Status Report“ der Korean Research-based Pharma Industry Association hervorgeht.

In einer von Clarivate, einem globalen Analytikunternehmen für akademische Informationsdaten, im vergangenen Jahr veröffentlichten Liste von 379 weltweit häufig zitierten Forschenden wurden im Bereich der klinischen Forschung 10 koreanische Forschende genannt – mehr als China mit sieben und Japan mit drei. Auch die hohe Konzentration großer Krankenhäuser in Seoul sorgt für Synergieeffekte. Als zentrale Faktoren, die das Vertrauen globaler Pharmaunternehmen stärken, gelten das Netzwerk großer medizinischer Einrichtungen rund um tertiäre Schwerpunktkliniken, die schnelle Rekrutierung von Patientinnen und Patienten sowie standardisierte Systeme zur Datenverwaltung.

Auf Basis dieser Infrastruktur belegte Seoul in weltweiten Rankings der Städte für klinische Studien ab 2017 sieben Jahre in Folge den ersten Platz. 2024 fiel die Stadt aufgrund der Auswirkungen des medizinischen Konflikts auf Rang zwei hinter Beijing zurück, blieb jedoch vor Shanghai und Houston.

Die Kosten für klinische Studien in Korea liegen laut einem globalen Marktbericht zu Anträgen für klinische Studien schätzungsweise 30 bis 40 Prozent unter denen in den USA und Japan sowie 10 bis 20 Prozent unter denen in Taiwan und Singapur.

Auch koreanische Pharmaunternehmen sichern sich weltweit Vorab-Lizenz- und Vertriebsdeals mit Partnern. Im Januar unterzeichnete Hanmi Pharmaceutical mit Sanfer, Mexikos größtem privaten Pharmaunternehmen, eine exklusive Vertriebsvereinbarung für Efpeglenatide, eine Behandlung von Adipositas und Stoffwechselerkrankungen. Die Vereinbarung wurde vor der Zulassung durch Korea’s Ministry of Food and Drug Safety geschlossen.

Efpeglenatide ist Koreas erstes GLP-1-Therapeutikum, das Hanmi Pharmaceutical unabhängig entwickelt hat. Mexiko zählt zu den Ländern mit den höchsten Adipositasraten bei Erwachsenen weltweit, und die frühe Partnerschaft mit einem dominanten lokalen Distributor dürfte in der initialen Einführungsphase eine entscheidende Rolle beim Ausbau der Marktanteile spielen.

Medipost schloss im Dezember vergangenen Jahres mit Japans Teikoku Pharmaceutical einen exklusiven Lizenzvertrag für Cartistem, eine Behandlung von Kniearthrose, für den japanischen Markt ab. Medipost sicherte sich rund 11,8 Milliarden Won an Vorauszahlungen sowie Meilensteinzahlungen in Höhe von 14,8 Milliarden Won, während die lokale Phase-3-Studie noch lief.

Das Antiepileptikum Xcopri von SK Biopharm (Wirkstoff: cenobamate) ist ein symbolträchtiger Fall für den Erfolg von Vorab-Deals. Im Februar 2019 – bevor später im selben Jahr die Zulassung durch die US-amerikanische FDA erfolgte – unterzeichnete SK Biopharm mit der Schweizer Arvelle Therapeutics ein Vermarktungsabkommen für 32 europäische Länder. Der damalige Gesamtvertragswert lag bei 530 Mio. US-Dollar, davon entfielen allein 100 Mio. US-Dollar auf eine nicht erstattungsfähige Vorauszahlung. Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt um den größten Technologietransfer im Bereich des zentralen Nervensystems in den europäischen Markt.

Als Arvelle Therapeutics für rund 1 Billion Won von Italiens Angelini Pharma übernommen wurde, erzielte SK Biopharm Gewinne aus dem Verkauf der Beteiligung. Zudem verbuchte Xcopri im vergangenen Jahr allein im US-Markt einen Umsatz von 630,3 Milliarden Won und etablierte sich damit nachhaltig als zentrale Ertragsquelle des Unternehmens.

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References

  1. Roche to invest $478 million in Korea clinical trials over 5 years < Pharma < Article - KBR · koreabiomed.com
  2. “We believe Korea outpaces many Western markets in its appetite and readiness to adopt ... · biospectrumasia.com
  3. Korean Pharma Secures Global Pre-Approval Licensing Deals - Businesskorea · businesskorea.co.kr