Gynäkologische Krebserkrankungen: Späte Erkennung bleibt größtes Problem, warnen Experten
In Australien werden täglich 19 Frauen mit einer gynäkologischen Krebserkrankung diagnostiziert, und Experten betonen, dass die späte Erkennung das Hauptproblem darstellt. Eierstockkrebs wird häufig erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt, während die Sterblichkeitsrate bei Gebärmutterkrebs steigt. Persönliche Schicksale unterstreichen die Notwendigkeit eines frühen Bewusstseins für Symptome.
Gynäkologische Onkologen warnen, dass die späte Erkennung die größte Herausforderung bei der Behandlung von Eierstockkrebs bleibt, wobei die meisten Frauen erst im Stadium drei oder vier diagnostiziert werden, wenn die Behandlungsaussichten deutlich weniger günstig sind. In Australien werden jeden Tag 19 Frauen mit einer gynäkologischen Krebserkrankung diagnostiziert und sechs verlieren ihr Leben – eine Statistik, die Experten zufolge weitgehend auf dieses anhaltende Problem der verzögerten Diagnose zurückzuführen ist.
Die Krankheit ist bekanntermaßen schwer frühzeitig zu erkennen, da Symptome oft erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten. Gleichzeitig steigt die Sterblichkeitsrate bei Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), der mittlerweile die häufigste gynäkologische Krebserkrankung ist, und könnte bald Eierstockkrebs als führende Todesursache übertreffen. Viele Frauen beschreiben Symptome, die subtil sind, sich mit anderen Beschwerden überschneiden oder leicht bagatellisiert werden – sowohl von ihnen selbst als auch von medizinischem Personal. Daher ist eine frühzeitige Aufmerksamkeit von entscheidender Bedeutung.
Das Schicksal einer Frau verdeutlicht die Auswirkungen einer späten Diagnose. Nicola, 58, wurde 2018 mit Vulvakrebs diagnostiziert, nur sechs Monate nach einer Hysterektomie wegen Adenomyose. Sie bemerkte eine Reihe juckender, schmerzhafter Knoten, die ständig bluteten. Eine Biopsie bestätigte die Krebsdiagnose. Sie erlitt 30 Bestrahlungsphasen und sechs Chemotherapie-Sitzungen, wobei sie Verbrennungen und Blasen erlitt, die das Sitzen unerträglich machten. Drei Jahre später kehrte der Krebs zurück, was eine radikale Operation und einen Stoma erforderlich machte, was ihr Selbstbild beeinträchtigte.
Im Jahr 2021 wurde bei ihrem Mann ein unheilbarer Darmkrebs diagnostiziert, und er verstarb im Dezember 2022. Nun spricht sie öffentlich über ihre Krebserfahrung als Überlebende und hält Vorträge bei medizinischen Konferenzen und Benefizveranstaltungen. Sie trägt zum Australian National Vulvar Cancer Trial bei und unterstützt eine Kampagne, die für QR-Codes auf Damenhygieneprodukten wirbt, damit Frauen leichter Zugang zu Informationen über Symptome gynäkologischer Krebserkrankungen erhalten.
Eine andere Frau, Meredith, 53, erfuhr im Januar 2019 plötzliche Bauchschmerzen während eines Pilates-Kurses, was den Beginn ihrer eigenen Krebserfahrung markierte. Experten betonen, dass das Zuhören bei den Geschichten der Frauen zentral für eine frühzeitige Diagnose ist und dass die regelmäßige Teilnahme am Krebsvorsorge-Abstrich (Pap-Abstrich) entscheidend ist. Eine frühzeitige Erkennung kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.