Weltweiter Onkologiemarkt soll bis 2035 dank Immuntherapie auf 748 Milliarden US-Dollar wachsen
Der weltweite Onkologiemarkt soll sich bis 2035 nahezu verdreifachen und 748,17 Milliarden US-Dollar erreichen, getrieben durch die rasche Verbreitung von Immuntherapien, Checkpoint-Inhibitoren und Zelltherapien. Besonders die Immunonkologie wächst dynamisch, während neue Kombinationsregime und zielgerichtete Ansätze bei soliden Tumoren und hämatologischen Krebserkrankungen zunehmend den Standard of Care prägen.
Der globale Onkologiemarkt wird sich Prognosen zufolge von 279,98 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf geschätzte 748,17 Milliarden US-Dollar bis 2035 nahezu verdreifachen, da die Immuntherapie den Behandlungsstandard bei soliden Tumoren und hämatologischen Krebserkrankungen weiter grundlegend verändert. Allein die Umsätze mit Krebsmedikamenten sollen bis 2033 auf 335,2 Milliarden US-Dollar steigen, getragen von der raschen klinischen Einführung zielgerichteter Therapien, Checkpoint-Inhibitoren und zellbasierter Therapien der nächsten Generation.
Für das Segment der Immunonkologie wird ein Anstieg von 65,22 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 170,19 Milliarden US-Dollar bis 2032 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 14,9% erwartet, angetrieben durch die zunehmende Krebsprävalenz und eine Welle von Zulassungen für Kombinationstherapien. Die Entwicklung immuntherapeutischer Arzneimittel bleibt der am schnellsten wachsende Bereich der Onkologie-F&E; Checkpoint-Inhibitoren, Krebsimpfstoffe und Zelltherapien ziehen gemeinsam Rekordwerte an klinischen Investitionen an.
Zu den Unternehmen, die in mehreren Indikationen bahnbrechende Onkologie-Pipelines vorantreiben, zählen Oncolytics Biotech (NASDAQ: ONCY), Eli Lilly (NYSE: LLY), Gilead Sciences (NASDAQ: GILD), Arcellx (NASDAQ: ACLX) und Merck (NYSE: MRK).
Oncolytics Biotech hat eine randomisierte Phase-2-Studie, REO 033, gestartet, in der pelareorep in Kombination mit bevacizumab und FOLFIRI als Zweitlinientherapie bei RAS-mutiertem (einschließlich KRAS), mikrosatellitenstabilem metastasiertem kolorektalem Karzinom untersucht wird – einer Patientengruppe, bei der die derzeitigen Behandlungen nur einen begrenzten Nutzen bieten und dringend neue Optionen benötigt werden. Das Vertrauen in REO 033 basiert auf überzeugenden Daten aus einer früheren klinischen Studie. Pelareorep in Kombination mit bevacizumab und FOLFIRI zeigte 27 Monate Gesamtüberleben und 16,6 Monate progressionsfreies Überleben, verglichen mit 11,2 bzw. 5,7 Monaten unter Standardtherapie. Die objektive Ansprechrate lag bei 33% gegenüber etwa 10% unter Standardtherapie und übertraf damit den Referenzwert in einer notorisch schwer zu behandelnden Population um mehr als das Dreifache. Für dieses Behandlungsschema wurde von der FDA Anfang dieses Jahres der Fast Track Designation erteilt.
Der globale Markt für die Zweitlinienbehandlung des KRAS-mutierten, mikrosatellitenstabilen metastasierten kolorektalen Karzinoms liegt bei 3–5 Milliarden US-Dollar pro Jahr. In der Studie werden 60 Patientinnen und Patienten entweder der pelareorep-Kombination oder einem Kontrollarm mit bevacizumab und FOLFIRI randomisiert zugeteilt; primärer Endpunkt ist die objektive Ansprechrate. Oncolytics erwartet, den ersten Studienstandort noch im Laufe dieses Monats zu eröffnen; weitere klinische Zentren sollen in rascher Folge hinzukommen, und erste Daten werden bis Ende 2026 erwartet.
Eli Lilly hat Ergebnisse berichtet, die einen deutlichen Vorteil beim ereignisfreien Überleben für Retevmo (selpercatinib) als adjuvante Therapie bei RET-Fusions-positivem Lungenkrebs im Frühstadium zeigen und damit die Rolle zielgerichteter Therapie in der Onkologie ausweiten. In die LIBRETTO-432-Studie wurden 151 Patientinnen und Patienten in einer globalen, multizentrischen Studie eingeschlossen; damit entstand einer der bislang größten Datensätze zur adjuvanten zielgerichteten Therapie in diesem Setting. Lillys Brustkrebsmedikament Verzenio (abemaciclib) erzielte 5,3 Milliarden US-Dollar Umsatz im Gesamtjahr 2025, ein Plus von 8% gegenüber dem Vorjahr.
Zu den Schlüsselfaktoren für die Marktexpansion zählen die steigende Krebsprävalenz, eine wachsende Pipeline innovativer immuntherapeutischer Arzneimittel sowie die zunehmende Anwendung monoklonaler Antikörper und Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Darüber hinaus haben der Wandel hin zur personalisierten Medizin und die Entwicklung von Kombinationstherapien die Marktdynamik zusätzlich gestärkt. Die zunehmende weltweite Belastung durch chronische Erkrankungen, verbunden mit einem höheren Bewusstsein für Immuntherapie, hat zu einer stärkeren Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten sowie bei Gesundheitsfachkräften geführt. Regierungen und private Akteure investieren weltweit zudem massiv in Forschung und Entwicklung, um die Zulassung neuartiger Immuntherapien zu beschleunigen.