Fortschritte der Gentherapie-Forschung in Neurologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Forschende entwickeln Gentherapie-Ansätze für neurologische Erkrankungen sowie für Kopf-Hals-Indikationen, um unter anderem Alzheimer, Parkinson und Hirntumoren zu behandeln. Zum Einsatz kommen virale Vektoren, präzise Verabreichungsverfahren wie die konvektionsverstärkte Abgabe und intraoperative MRT zur Echtzeitkontrolle der Verteilung.

Die Gentherapie-Forschung erweitert die Behandlungsoptionen für Patientinnen und Patienten mit seltenen und verheerenden neurologischen Erkrankungen; im Fokus stehen unter anderem Alzheimer und die Parkinson-Krankheit, von denen zusammen über 8 Millionen Amerikaner betroffen sind. Der Ansatz beruht darauf, gesunde Wachstums-Gene zu injizieren, um das Absterben von Gehirnzellen zu bremsen und ihre Erholung zu unterstützen.

Bei der Behandlung werden virale Vektoren in das Gehirn infundiert, um die Zielgene in Zellen einzuschleusen. Diese Vektoren sind nicht pathogen; Zellen, die diese Gene aufnehmen, produzieren ein Protein, sodass sich aus einem sehr kleinen Areal ein gesamter neuronaler Schaltkreis behandeln lässt. Eine der wichtigsten Verabreichungsmethoden ist die konvektionsverstärkte Abgabe (convection-enhanced delivery), bei der Katheter bis in den Submillimeterbereich in das Gehirn eingebracht werden. Die Katheter werden im Gehirn platziert und unter leichtem Druck infundiert, wodurch größere Moleküle wie virale Partikel oder hochmolekulare Chemotherapeutika im Gehirn breiter verteilt werden können.

Ein Vorteil der Infusion von Wachstums-Genen in das Gehirn gegenüber Stammzellen oder einer Bluttransfusion ist die Wirksamkeit der Gene. Derzeit können über das Blut infundierte Wachstums-Gene verdünnt werden, eine negative Immunreaktion auslösen und haben kein spezifisches Ziel.

Die neurologische Gentherapie profitiert von der hohen Bildgebungsqualität, die Hirnscans ermöglichen; viele liefern Einblicke in die Verfahren in der Forschungsphase. Patientinnen und Patienten können während der intraoperativen MRT im Schlaf überwacht werden; Operateurinnen und Operateure können die Verteilung des Therapieverfahrens tatsächlich nachverfolgen und in Echtzeit Rückmeldung erhalten. Dadurch können sie die Behandlung unmittelbar anpassen und Schritte „on the fly“ durchführen.

Hirntumoren sind sehr schwer zu behandeln, und Forschende versuchen stets, die Grenzen hinsichtlich des Gesamtüberlebens durch klinische Studien (clinical trials) ein Stück weiter zu verschieben. Ziel der Forschung ist es, das Fachgebiet auf deutlich nachhaltigere Weise voranzubringen, als es die Wirkung auf eine einzelne Patientin oder einen einzelnen Patienten vermag.

Im Bereich der Otolaryngologie und der Kopf-Hals-Chirurgie erfordert die Ausweitung der Forschung auf Gebiete wie Gentherapie, fortgeschrittene Neurootologie und Präzisionsonkologie ein fokussiertes Forum für Dialog und Entdeckung. Eine neue, peer-reviewte Open-Access-Zeitschrift, ENT Discovery, wurde gestartet, um wegweisende Originalarbeiten, maßgebliche Übersichtsarbeiten und aufschlussreiche Kommentare zu veröffentlichen, die das gesamte Spektrum des Fachgebiets abdecken – von Hörwiederherstellung und vestibulärer Wissenschaft bis hin zu Atemwegsrekonstruktion und Kopf-Hals-Onkologie. Das Journal legt einen zentralen Schwerpunkt auf die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit und die Beschleunigung der Translation von Laborergebnissen in klinische Anwendungen, die die Patientenversorgung unmittelbar verbessern.

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References

  1. Forging a new pathway: Introducing ENT Discovery - EurekAlert! · eurekalert.org
  2. The future of cell and gene therapy | Drug Discovery News · drugdiscoverynews.com
  3. Advances in gene therapy research offer new insights into brain tumors and disorders · thelantern.com