Singapur stellt 37 Milliarden Dollar für Forschung bereit und erklärt Quantentechnologie zur strategischen Priorität
Singapur hat den Plan „Research, Innovation and Enterprise“ (RIE) 2030 vorgestellt und investiert in den kommenden fünf Jahren S$37 Milliarden – 32 % mehr als im Vorgängerprogramm. Quantentechnologie wurde als strategische Säule benannt; zudem soll Singapur bis Ende 2026 als erstes Land außerhalb der USA Quantinuums Helios-System erhalten.
Am 12. Februar stellte Premierminister Lawrence Wong den Plan „Research, Innovation and Enterprise“ (RIE) 2030 vor und sagte für die nächsten fünf Jahre eine Rekordsumme von S$37 Milliarden (rund US$29,3 Milliarden) zu. Die Investition entspricht einer Steigerung um 32 % gegenüber dem bisherigen RIE-2025-Budget und hält Singapurs Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) bei etwa 1 % des BIP. Der Premierminister bezeichnete die Quantentechnologie als zentrales Wachstumsfeld, in dem die Republik globale Führungspositionen aufbauen wolle, und verwies auf eine „frühe und bewusste Wette“, die sich nun rasch von der Theorie zur kommerziellen Realität entwickle.
Ein zentraler Punkt der Ankündigung ist die Auswahl Singapurs als erstes Land außerhalb der Vereinigten Staaten, das Quantinuums leistungsstärksten Quantencomputer beherbergen wird. Das Helios-System, ein hochmoderner trapped-ion-Prozessor, soll bis Ende 2026 in Singapur vollständig installiert sein. Diese Bereitstellung ist ein Eckpfeiler einer strategischen Partnerschaft zwischen Quantinuum und dem National Quantum Office (NQO) Singapurs. Sie wird lokalen Forschenden, heimischen Start-ups sowie Industrieakteuren – insbesondere in den Bereichen Finanzen, Wirkstoffforschung und Materialwissenschaften – einen direkten, im Land befindlichen Zugang zu hochpräziser Quantenrechenleistung ermöglichen.
Der Premierminister hob zudem eine prominente Kooperation mit Qolab hervor, einem Quantum-Hardware-Start-up, das vom Nobelpreisträger John Martinis (ehemals Google) mitgegründet wurde. Qolab arbeitet mit lokalen Forschenden an der Entwicklung neuartiger supraleitender Qubit-Komponenten und nutzt dabei gezielt Singapurs bereits vorhandene, weltweit führende Halbleiterfertigung sowie fortschrittliche Packaging-Kompetenzen. Diese Partnerschaft unterstreicht Singapurs Strategie, seine etablierten Stärken in der Hardwarefertigung mit Spitzenforschung im Quantenbereich zu verbinden, um Skalierungs- und Kohärenzprobleme in supraleitenden Systemen zu lösen.
Das 37-Milliarden-Dollar-Paket, das erstmals im Dezember 2025 angekündigt wurde, ist seit 1991 die größte Mittelaufstockung für Forschung, Innovation und Unternehmertum. Heute bewegt sich Quantencomputing „rasch von der Theorie zur Realität“ – mit potenziellen Auswirkungen auf Finanzen, Logistik, Wirkstoffforschung und Cybersicherheit. Bereits 2007 gründete Singapur das Centre for Quantum Technologies an der National University of Singapore, als ein Großteil der Arbeiten in diesem Feld noch theoretischer Natur war.
Der Premierminister ordnete Quanten als Teil eines umfassenderen Vorhabens ein, kritische Abschnitte globaler Lieferketten in dem Stadtstaat zu verankern. Da Singapurs Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Vergleich zu größeren Volkswirtschaften weiterhin bescheiden bleiben werden, müssten Investitionen „diszipliniert, fokussiert und strategisch“ erfolgen und auf Bereiche zielen, in denen das Land klare Stärken besitzt und messbare Wirkung erzielen kann. Die Regierung plant, die jährlichen öffentlichen Forschungsausgaben bis 2030 bei rund 1 % des Bruttoinlandsprodukts zu halten und Singapur damit auf ein Niveau mit anderen kleinen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie Schweden und Dänemark zu bringen.
Der größte Anteil der RIE-2030-Mittel – 29 %, beziehungsweise $10,8 Milliarden – soll in vier Bereiche fließen, die gegenüber dem vorherigen Plan unverändert bleiben: menschliche Gesundheit und Potenzial; Fertigung, Handel und Konnektivität; urbane Lösungen und Nachhaltigkeit; sowie Smart Nation und digitale Wirtschaft. Es wird erwartet, dass Quantenforschung mit mehreren dieser Bereiche zusammenläuft, insbesondere mit der Fertigung und der digitalen Infrastruktur.