Johnson & Johnson plant Zelltherapie-Werk für 1 Mrd. US-Dollar und prüft Verkauf von DePuy Synthes für 20 Mrd. US-Dollar
Johnson & Johnson kündigte eine Investition von über 1 Mrd. US-Dollar in eine Zelltherapie-Produktionsanlage der nächsten Generation in Montgomery County, Pennsylvania, an. Gleichzeitig prüft der Konzern Berichten zufolge einen Verkauf seines Orthopädiegeschäfts DePuy Synthes, der mehr als 20 Mrd. US-Dollar einbringen könnte.
Johnson & Johnson hat seine jüngste Investition in einen US-Standort bekannt gegeben: eine Zelltherapie-Produktionsanlage (cell therapy manufacturing facility) der nächsten Generation in Montgomery County, Pennsylvania, im Umfang von mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Berichten zufolge erwägt das Unternehmen zudem den Verkauf seines Orthopädiegeschäfts DePuy Synthes in einem Deal, der 20 Mrd. US-Dollar übersteigen könnte.
Die neue Anlage soll die Produktion von Arzneimitteln für Krebserkrankungen, immunvermittelte Erkrankungen und neurologische Erkrankungen unterstützen. Es wird erwartet, dass der Standort mehr als 4.000 Arbeitsplätze im Baugewerbe schafft und bei voller Auslastung 500 dauerhafte Stellen in der Bioproduktion (biomanufacturing) bietet. Der Chairman und Chief Executive Officer erklärte, die neue Anlage werde in der Nähe eines seiner Forschungs- und Entwicklungscampusse liegen.
Die Aktie von Johnson & Johnson gab am Freitagvormittag um 2,1% auf 241,75 US-Dollar nach, nachdem ein Bericht vermeldet hatte, der Gesundheitskonzern bereite den Verkauf seines Orthopädiegeschäfts DePuy Synthes vor. DePuy Synthes erzielte 2025 einen Umsatz von 9,3 Mrd. US-Dollar; das Produktspektrum reicht von Hüft- und Knieimplantaten bis hin zu chirurgischen Instrumenten und anderen Geräten.
Das Unternehmen hat begonnen, finanzielle Unterlagen zusammenzustellen, und bereitet sich darauf vor, innerhalb weniger Wochen Gespräche mit potenziellen Käufern zu führen. Private-Equity-Investoren dürften Interesse zeigen, und auch konkurrierende Medizintechnikhersteller könnten die Sparte ins Visier nehmen. Der CFO brachte es gegenüber Investoren auf den Punkt: Die nächste Welle in der Orthopädie liege „außerhalb unseres Rahmens und ist wahrscheinlich anderswo in besseren Händen“.
Im Rahmen seiner Pläne für die neue Anlage will Johnson & Johnson in Fertigungsprozesse und Schulungen investieren, um eine Belegschaft aufzubauen, die in fortgeschrittenen Technologien qualifiziert ist. Insgesamt hat der globale Arzneimittelhersteller 55 Mrd. US-Dollar investiert, um bis 2029 mehrere neue Produktionsstandorte in den USA aufzubauen. Zusätzlich zu der Anlage in Pennsylvania errichtet Johnson & Johnson in North Carolina eine Arzneimittelprodukt-Produktionsanlage (drug product manufacturing facility) im Wert von 2 Mrd. US-Dollar.
Die Entscheidung folgt jüngsten US-Zöllen, die auf Markenmedikamente abzielen, und fällt in eine Phase, in der Pharmaunternehmen durch Investitionen in US-Standorte Ausnahmeregelungen zu sichern versuchen. Johnson & Johnson schloss sich im Januar vielen anderen Unternehmen an und unterzeichnete eine Vereinbarung mit der Trump Administration zur Senkung der Arzneimittelpreise sowie zur Gewährung des Most-Favored-Nation-Status. Die Arzneimittelhersteller stimmten im Rahmen der Vereinbarung zu, einige verschreibungspflichtige Medikamente über Direct-to-Consumer-Plattformen zu verkaufen, darunter TrumpRx, das Anfang Februar aktiv wurde.
Die Gespräche über den Verkauf von DePuy Synthes befinden sich noch in einem frühen Stadium, und es gibt keine Garantie, dass es zu einem Abschluss kommt. Eine Bewertungsschätzung setzt für DePuy Synthes—einschließlich Schulden—einen Preis von 28 Mrd. US-Dollar an.
Laut der Investorenmitteilung des Unternehmens ist bei Johnson & Johnson eine Quartalsdividende von 1,30 US-Dollar vorgesehen; der Ex-Dividendentag ist der 24. Februar, die Auszahlung ist für den 10. März angesetzt. Zudem steht das Unternehmen am 3. März auf dem Programm der Gesundheitskonferenz von TD Cowen, mit einem Fireside-Chat um 11:10 Uhr Eastern Time.